Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

154 Bez. des O.-A -G. Lübeck. Art. 313, 314.
klagten in Bezug genommenen Erkenntnisses des Dresdener Ap-
pellations-Gerichts nicht in Widerspruch. Dort handelte es sich
um die Frage, ob der Destinatair auf Grund des in seinen
Händen befindlichen Ladescheins das Ladegut von einem dritten
Besitzer vindiciren könne, also um eine Frage, auf welche es bei
der Entscheidung der vorliegenden Sache nicht ankommt.
Demnach wird Kläger hiermit befugt, die in Folge des Com-
missionsvergleichs vom 6. März d I. zu gerichtlichem Depositum
gebrachten Pr. Court. Thlr. 156 — 29 Sgr. zurück zu erheben.

M.
Zu Art. 313, 314.
Retentionsrecht. — Fo lgen des Unbeantwortetlassens
einer Mittheilung. —
In Sachen Dris Heinsen mand. noie. Th. Lange Fallitmasse
c. C. Woermann.
Der von den Curatoren der Fallitmasse, von Th. Lange &
Co. in Lübeck gegen den Beklagten angestellten Klage liegen fol-
gende lacta zu Grunde.
Am 11. Februar 1870 remittirten Th. Lange & Co. an den
Beklagten Beo. 12,000 — und beauftragten denselben mit
dieser Summe ein am 12. Febr. fälliges Domicil von Bco. #
10,441 12 Sch. einzulösen. Beklagter hatte für Th. Lange und
Co. für Bco. 20,000 Accept geleistet; diese wurden am sel-
bigen Tage fällig und hatten Th. Lange u. Co. dem Beklagten
witgetheilt, daß hierfür Deckung von dritter Seite in einigen
Tagen eingehen solle. Beklagter behielt die Rimessen, um sich
für sein Aecept zu decken, und ließ das Domicil protestirt zurück-
gehen. Durch Brief vom 12. Febr. machte er Th. Lange und
Co. hiervon Anzeige. Um sich wegen anderer inzwischen noch
fällig gewordener Forderungen sicher zu stellen, beharrte er bei
dieser Retention, nachdem die avisirten Bco. -$• 20,000 von
dritter Seite eingegangen waren. Th. Lange u. Co. beantwor-
teten den Brief der Beklagten vom 12. Febr. nicht. Sie gerie-
then alsdann in Concurs. Our. nom. Klägern verlangen Aus-
kehrung der nicht zur Einlösung des Domicils verwandten Bco.
10,441 13 Sch.

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