Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

Be;, des O.-A.-G. Lübeck. Art. SIS, 282, 405, 409, 410, 415. 153
jenigen Beträge geltend machen, welche seiner Angabe zufolge
R. & Sohn für die Fracht bis Dresden bezahlt und für ihre
Spedition zu beanspruchen haben. Freilich würde jene Firma
zufolge der Vorschriften des Art. 382 ein Pfandrecht an der
Waare für diese Forderungen ertvorben haben; nach den Bestim-
mungen desselben Artikels würde aber dieses Pfandrecht als er-
loschen betrachtet werden müssen. Denn es besteht nach diesem
Artikel das Pfandrecht des Spediteurs nur so lange, als derselbe
das Gut in seinem Gewahrsam hat oder in der Lage ist, darüber
zu verfügen; N. & Sohn ließen aber das Gut aus ihrem Ge-
wahrsam, indem sie es dem Beklagten übergaben, und verloren'
die Verfügung über dasselbe, indem sie dem Kläger dcu Ladeschein
zustellten. Die Richtigkeit der letzteren Annahme ergiebt sich ins-
besondere aus dem Art. 313 Abs. 1 a. E. Cs läßt sich eine ent-
gegengesetzte Ansicht auch keineswegs aus dem Art. 410 ableiten.
Denn wenn auch lediglich in dem ersten Absatz dieses Artikels
— in Uebereinstimmung mit der obigen Interpretation des Art.
409 — ausdrücklich hervorgehoben ist, daß es sich nur um solche
Forderungen des vorhergehenden Frachtführers handle, die sich aus
dem Frachtbrief ergeben, so sind doch auch die Bestimmungen der
folgenden Absätze lediglich auf solche aus dem Frachtbrief sich er-
gebende Forderungen zu beziehen, und es kann nur als ein Miß-
verständniß betrachtet werden, wenn man aus diesem Artikel ab-
geleitet hat, daß der nachfolgende Spediteur und Frachtführer,
der seinen Vorgänger befriedigt hat, dessen Forderung von dem
Destinatäir einziehen könne, wenn auch aus dem Frachtbrief sich
nichts über diese Forderung ersehen läßt.
(Vergl. v. Hahn's Commentar. Bd. II, S. 410, 11
Rote 3.)
Es kommt hiernach gar nicht einmal in Betracht, daß Be-
klagter nicht behauptet hat, daß er N. & Sohn Zahlung geleistet
habe und daß er daher auch nach diesen Bestimmungen des Art.
410 ein jener Firma zuständiges Pfandrecht nicht würde geltend
machen können.
Mit diesen aus der Natur der Sache sich ergebenden und
— soweit bekannt — im Handelsverkehr als feststehend betrach-
teten Grundsätzen stehen auch die Ausführungen des von dem Be-

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