Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

144 Bez. des O.-A.-G. Lübeck. Art. 306, 311, 313/315.
seitens des Destinatärs an sie geschehene Veräußerung oder Ver-
pfändung der in transitu befindlichen Waare Eigenthums- oder
Pfandrechte an derselben erworben haben, dem Absender gegenüber
geschützt werden sollen (was zweifellos nur im Interesse des zu
sichernden bona ücko-Verkehrs geschehen ist), so führt schon dies
auf die Annahme hin, daß'dem bloßen Factum der Detention
in Verbindung mit dem einseitigen Entschlüsse des Spediteurs,
der Waare zur Deckung gegen den Destinatär sich zu bedienen,
nach der Absicht des Gesetzes nicht gleiche Wirkung, wie den
Rechtsgeschäften der angegebenen Art beigelegt werden soll.
Es findet sich indessen in dem Art. 25 eine andere Vorschrift,
welche Dies im hohen Grade verstärkt. In der Nummer 5
desselben wird dem Absender die Befugniß eingeräumt:
„das versetzte Connossement gege'n die darauf vorgeftreckte
Schuld einzulösen."
Das Vorgangsrecht des von dem Destinatär mit Pfandrecht
ausgerüsteten Dritten vor dem Absender geht hiernach nur soweit
wie die der Psandbestellung zu Grunde liegende Forderung reicht.
Ohne Zweifel würde es unzulässig sein, jene Worte der Nr. 5
so auszusassen, als wenn sie lauteten:
„das versetzte Connossement gegen Zahlung der darauf
vorgestreckten Schuld und Alles dessen, was der
Inhaber sonst etwa an den Destinatär zu for-
dern haben möchte, einzulösen."
Zu diesem Verständüiß gelangte man aber, wenn man dem
sactischen Inhaber des dem Verfolgungsrecht unterliegenden Gegen-
standes auf Grundlage der Detention schlechthin ein allgemeines
Retentionsrecht beilegte.
Die rechtliche Lage desjenigen Dritten, welcher durch ein
Rechtsgeschäft die in transitu befindliche Waare von dem Desti-
natär zu Eigenthum oder zu Pfandrecht erwirbt, ist eine wesent-
lich andere, als diejenige des einseitig die sactische Detention zur
Ausübung einer Deckung benutzenden Spediteurs. Wenn der durch
ein Rechtsgeschäft von dem Destinatär bona fide Erwerbende
schlechthin, also selbst dann geschützt wird, wenn jener ohne eigenes
Verfügungsrecht oder sonst widerrechtlich über die Waare dispo-
nirte, so wird dies Letztere nur deshalb übersehen, weil der dem

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