Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

Oesterreich. Art. 357.

93

in dem Gesuche angeführten Gründe nicht so beschaffen sind, um
darin eine Gefahr im Verzüge oder des Verderbens
des Pferdes erblicken zu können, und den Verkauf desselben
als zulässig erscheinen zu lassen.
Dem von A. Zierle dagegen ergriffenen Revisionsrekurse gab
der oberste Gerichtshof keine Folge, weil nicht nachgewiesen
ist, daß das Pferd eine dem.Verderben unterliegende
Waare, und Gefahr im Verzüge, im Sinne des Schluß-
satzes des Art. 348, vorhanden ist.
Art. 357.
a) Nach Art. 357 besteht der dem Käufer statt der
Erfüllung wegen Nichterfüllung zu leistende Scha-
denersatz in der Differenz zwischen dem Kaufpreise
und dem Markt- oder Börsenpreise zur Zeit und am
Orte der geschuldeten Lieferung,
d) Wenn daher innerhalb einer bestimmten Frist zu
liefern war, so ist d ieser Zeitpunkt nicht der An-
fang, sondern das Ende dieser Frist, weil erst mit
diesem der Schaden, dessen Ersatz der Käufer von
dem säumigen Verkäufer anspricht, entstanden ist.
Entscheidung des österr. obersten Gerichtshofes vom 25.
Januar 1871, Z. 7318 vom Jahre 1870 (Gerichts-
halle 1871, S. 93).
Mittelst Schlußbriefes de dato Koüin, 6. Januar 1868, hat
sich Elias Tausig verbindlich gemacht, 500 Centner Zuckerrüben
zu dem Preise von 55 Kr. den Centner zur Zeit der Rübenablie-
ferung im Jahre 1868 an die Kolliner Zuckerfabrik für Lazar
Peil abzuliesern und erhielt von dem Letzteren ein Angeld von
250 Fl.
Nun hat aber Elias Tausig für Rechnung des Klägers im
Jahre 1868 an die bezeichnete Zuckerfabrik nur 223 Centner wirk-
lich abgeliesert, die Ablieferung des Restes von 277 Centner aber
unterlassen.
In Folge dessen belangte Lazar Peil den Elias Tausig auf
Ersatz des Gewinn-Entganges, bestehend in der Differenz zwischen

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer