Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

Königreich Bayern. Art. 271.

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Mindestens wäre die Geklagte, falls sie die Versicherung der
Wirthschaftsgeräthe in einer besonderen Gruppe verlangen oder
deren Versiebernng überhaupt nickt übernehmen wollte, gehalten ge-
wesen, den Kläger hierauf ausdrücklich aufmerksam zu machen. Dies
hat sie jedoch Glicht gethan, sondern in der sofort ausgefertigten
Police den Betrieb der Wirtschaft auf dem Anwesen des Klägers
ausdrücklich hervorgehoben, wodurch der Letztere in der Meinung,
daß sein Wirthschaftsinventar versichert sei, nur bestärkt werden
konnte.
Hieraus ergibt sich, daß der Antrag der Beklagten, die Maß-
krüge, die zinnernen Teller und Schüsseln als nicht versichert zu
erklären und deshalb den Anspruch auf Entschädigung hierfür
zurückzuweisen, jedes Haltes entbehrt. Denn diese Gegenstände
gehören zum Wirthschaftsinventare und fallen ihrer Beschaffenheit
nach — wenn nicht, wie Erstrichter angenommen hat, unter die
Gruppe,,Porcellan, Glas, lackirte Sachen" — jedenfalls unter
die Gruppe „Haus- und Küchengeräthe."
Aehnlich verhält es sich mit den andern, durch die Beklagte
beanstandeten Gegenständen. Von diesen können nämlich insbe-
sondere die Maßkrüge, Zinnteller und Zinnschüffeln nach dem
Stoffe, aus welchen sie bestehen , weder als Porcellan, noch als
Glas oder lackirte Sachen bezeichnet werden, fallen sohin an
sich keinesfalls unter die Gruppe 6 der Police, sondern als
„Hausgeräthe" unter die zweite Gruppe.
Wenn daher trotzdem deren Subsumtion unter die sechste
Gruppe vom Kläger verlangt wird, so kann diesem von der Be-
klagten bekämpften Anträge nur dann entsprochen werden, wenn
besondere Thatsachen vorliegen, welche den Antrag des Klägers
zu begründen vermögen.
Eine solche Thatsache wurde von demselben auch durch die
Behauptung aufzustellen gesucht, daß die fraglichen Krüge, Schüs-
seln und Teller bei Aufnahme des Verficherungsinventars vom
Kläger als unter die Rubrik „Glas und Porcellan" gehörig be-
bezeichnet und von dem Vertreter der Beklagten, Agenten K., als
dahin gehörig anerkannt und eingesetzt worden seien.
Es kann nun keinem Bedenken unterliegen und wurde dies
auch von der Beklagten schließlich auch gar nicht bestritten, daß,

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