Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

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Königreich Bayern. Art. 57, 62.

Brustbau des Georg D. überhaupt, sowie auf die Anlage
desselben zum Lungenleiden die Beschäftigung des Knaben in
seinem damaligen Dienstverhältnisse für schädlich erklärte und
dessen Eltern aufforderte, ihn behufs Wiederherstellung seiner Ge-
sundheit daraus zu entfernen.
Die eben erwähnten Thatsachen sind aber auch von entschei-
dender Erheblichkeit, weil die Verschlimmerung des körperlichen
Zustandes des Georg D. von einem Sachverständigen eben der
früheren gewerblichen Dienstleistung desselben zugeschrieben wurde,
die Eltern des Kindes keine Ursache hatten, dem Ausspruche des
Arztes zu mißtrauen, und sohin füglich in die Lage versetzt waren,
dem Rathe desselben gemäß den Knaben sofort aus seiner vorma-
ligen Lehre zu entfernen.
Mag daher auch die Anschauung des praktischen Arztes Dr. K.
über die nachtheiligen Einwirkungen des Kupferdruckereigeschäftes
auf einen nicht ganz kräftigen Knaben mit der Wirklichkeit nicht
vollkommen übereinstimmen, und mochte vielleicht sogar dessen
Urtheil über die körperliche Verfassung des Georg D. aus Scheu
vor der ihm als Hausarzt beizumessenden Verantwortlichkeit ein
ängstlicheres sein, als dasjenige anderer Sachverständiger gewesen
wäre, immerhin bildete jenes Gutachten in den gedachten verschie-
denen Richtungen die maßgebende Grundlage wie jetzt für die
Entscheidung der Gerichte, so früher für das Verhalten der
Eltern des Georg D. Denn es handelt sich vor Allem darum,
wie die Umstände zu der Zeit beschaffen waren, als die Be-
lastung oder Entfernung des Georg D. in und bezw. aus der
Lehre des Klägers in Frage stand, und hierüber konnte sich allein
der vorerwähnte Arzt mit entsprechender Sicherheit verbreiten.
Eben deßhalb kommt aber darauf Nichts mehr an, wie sich Ge-
sundheitszustand und Körperbeschaffenheit des Georg D. gegen-
wärtig nach Verlauf von mehr als einem Jahre, Herausstellen,
da sich in beiderlei Beziehung inzwischen wesentliche Veränderun-
gen ergeben haben können.
Wird nun von einem Arzte bestätigt, daß bei einem Kinde
das Leiden eines hervorragenden inneren Organes angezeigt sei,
daß dieses Leiden durch die dem Kinde augenblicklich zugemuthete
Beschäftigung sich steigern müsse, ja lebensgefährlich werden könne,

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