Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

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Entscheidungen des R.-O.-H.-G. Zu Art. 782 flg

beizulegen haben. Dem Kläger kann also durch die Nichtaner-
kennung des fraglichen Umstandes als eines aequipollens keine
Beschwerde zugefügt worden sein. Uebrigens würde die Sache
jetzt noch nicht reif sein, um über die Wirksamkeit des in Bezug
genommenen Umstandes zu erkennen. Bei dem Zu-Anker-Gehen
um 4 Uhr Nachmittags des 25. Mai waren die damaligen Ver-
hältnisse in Betracht zu ziehen. Von 4 Uhr bis um 11 Uhr wo
der Kläger die Gefährdung der Schiffe wahrgenommen haben
will, konnten die Verhältnisse in Betreff des Windes, der Strö-
mung u. dgl. sich geändert haben. Ja selbst die Lage des Baltar
konnte, wenn etwa sein Anker schlecht gehalten haben sollte, eine
andere geworden sein.
Das Gesammtergebniß der vorstehenden Ausführungen besteht
darin, daß das von beiden Parteien angefochtene Obergerichts-
Erkenntniß unter Streichung der Worte der zweiten Gegenbeweis-
Alternative „oder sein Anker unklar gewesen" zu bestätigen ist.
Die Kosten der gegenwärtigen Instanz waren selbstfolgend zu com-
pensiren.
Urkundlich unter dem Siegel des Bundes-Oberhandelsgerichts
und der verordneten Unterschrift.
Das Bundes-Oberhandelsgericht.
M. (gez.) Dr. Pape.
Zu Titel 11, Buch 5 H.-G.-B. Art. 782 flg.
Verkauf eines relativ Reparatur- unfähigen Schif-
fes im Nothhafen. — Weigerung der Assecuradeure
den dadurch entstandenen Schaden an sich kommen
zu lassen. — Interpretation der allgemeinen See-
Versicherungs-Bedingungen. — Zweck dieser Be-
dingungen. — Quellen derselben. — Die Interpre-
tation kann keine gleichmäßige sein.
Beklagter, in Vollmacht der Versicherungs-Gesellschaft Albis,
hat aus das klägerische Schiff Auguste Rthlr. 2000 gezeichnet.
Dasselbe ist auf der Reise von Buenos-Ahres nach London wegen
eines entstandenen und zunehmenden Leckes Pernambuco als Noth-
hafen angelaufen. Die Reparaturen find in den dortigen Zei-
tungen zur öffentlichen Concurrenz ausgeschrieben, es hat sich je-

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