Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

206 Entscheidungen des R.--O.-H.--G« re. Art. 653, 654, 655, 656, 660.
hauptete, bei der Ablieferung äußerlich sichtbare, Beschädigung an
dem Gute sich finde, daß diese Beschädigung Landbeschädigung sei
(worunter eine schon bei Annahme der Güter oder doch zur Zeit
der Zeichnung des Connoffementes schon vorhanden gewesene ver-
standen ist) und daß dadurch der behauptete Minderwerth verur-
sacht sei. Mehr aber liegt dem Empfänger nicht ob; daß die Be-
schädigung äußerlich erkennbar gewesen sei, braucht er nicht wei-
ter darzuthun; vielmehr muß es Sache des Schiffers sein, wenn
er von dem auf vorstehend gedachte Weise gegen ihn begründeten
Anspruch sich befreien will, dafür einen Grund geltend zu machen
und 6vent. zu beweisen. Einen solchen Grund hat der Kläger
1. Ms der besonderen Art der Beschädigung entnommen.
Seiner Angabe nach ist diese nämlich eine solche, welche bei Ein-
nahme der Güter nicht zu erkennen war, sondern erst später nach
der an sich untadelhaften Stauung nach Seemanns Gebrauch in
dem Schiffe zu Tage getreten ist. Ein Widerspruch liegt darin,
daß eine äußere, also an sich äußerlich erkennbare Beschädigung,
die bei der Einnahme schon vorhanden gewesen, bei dieser nicht
erkennbar gewesen sei, nach der Aufklärung über die Natur der
Beschädigung die Natur der Waare und die gebräuchliche Stauung
nicht. Wenn nämlich eine durch Alter, Witterungseinfiüffe oder
wie sonst in die Waare gedrungene Feuchtigkeit oder Unreinigkeit
erst durch das Schrauben und die Pressung der Ballen in dem
Schiffe ausschwitzt, oder eine vorhandene äußere Beschädigung
durch neue Umhüllung verdeckt, nach der Stauung im Schlffe
oder beim Herausholen aus demselben diese wieder durchdringt, so
ist es erklärlich, daß, obwohl die Beschädigung eine Landbeschä-
digung (d. h. eine schon vor Einnahme in das Schiff vorhanden
gewesene) und obwohl sie äußerlich sichtbar ist, dennoch bei der
Einnahme der Baumwolle nicht erkannt werden konnte, wie solches
das Handelsgericht auch aus eigener Kunde seiner Mitglieder be-
stätigt hat. War die Beschädigung aber bei der Einnahme nicht
erkennbar, so konnte der Capitain auch mit Fug das Connosse-
ment so wie geschehen zeichnen, das Gut als in good order and
condition ihm überliefert bezeichnen, und da er nur aus diesem
Connossemente in Anspruch genommen wird, muß es ihn befreien,
wenn er auf die angegebene Weise darthut, daß die von ihm ab-

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