Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

184 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. re. Zu Art. 357.
vorgenommen werden konnte, da der das Verkaufs-Recht des klä-
gerischen Cedenten bedingende Nicht-Eingang der beklagtischen Zah-
lung sich erst nach Ablauf der Börse dieses Tages Herausstellen
konnte, mithin vom klägerischen Cedenten für Rechnung des Be-
klagten, nicht früher als an der Börse des 2. August verkanft
werden konnte;
da aber der klägerischerseits für den 2. August v. I. behaup-
tete Verkauf durch die deßfalls beigebrachte Schlußnote noch keines-
wegs dargethan wird, auch zum Beweise desselben die bloße Veri-
ficirung der Unterschrift derselben — womit nur eine unbeeidigte
Aussage eines Dritten über den Verkaufs-Abschluß herbeigeführt
würde — nicht genügen würde, vielmehr dem Kläger, bei desfall-
sigem beklagtischen Leugnen ein ordentlicher Beweis dieses Theils
seines Klaggrundes aufzuerlegen, auch hiegegen dem Beklagten der
Beweis der behaupteten Simulation des fraglichen Verkaufs nach-
zulassen ist, wogegen es aber nicht darauf ankommt, daß zur Er-
füllung des nachzuweisenden Verkaufs grade die identischen, dem
Beklagten am Vormittage des 1. August d. I. präsentirten Stücke
verwendet wurden;
da bei dieser Sachlage, wonach noch ein Theil des Klag-
grundes zu erweisen steht, auch aus die klägerischerseits beantragte
Deposition des Libellati nicht einzugehen ist,
da endlich die Cautionsforderung reviviscirt:
daß das angefochtene Erkenntniß des Handelsgerichts vom
12. October v. I., abgesehen von der auf die Legitima-
tion des Klägers bezüglichen Entscheidung, wieder aufzu-
heben und Kläger in 8 Tagen nach Rechtskraft dieses
Erkenntnisses Caution für die Kosten und Fortsetzung des
Processes im Betrage von Bc.-M. 100. —. zu bestellen,
sowie in gleicher Frist bei Verlust der Beweisführung,
unter gestatteter Mitbenutzung des Beigebrachten so weit
dienlich, zu beweisen habe:
daß seitens des klägerischen Cedenten am 2. August
v. I. 75 Stück Lombardische Eisenbahn - Actien nach
Maßgabe der Schlußnota Anl. 3 verkauft worden seien,
wogegen dem Beklagten der Gegenbeweis sowie der gleich-
zeitig bei Verlust der Beweisführung — hier unter Vor-

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