Full text: Volume (Bd. 24 (1872))

Entscheidungen des R.-O.-H.-G. rc. Zu Art. 357. 181
so ist auch in diesem weiteren Sinne ein äoIu8 der Kläger nicht
substantiirt.
Vergl. auch Archiv, 17. Bd. S. 279, 18. Bd. S. 465,
22. Bd. S. 200. A.
Zu Art. 357.
Art. 3 und 11 der allgemeinen Usancen beim
Effectenhandel in Hamburg vom 16. Juni resp.
1. Juli 1869.
Verzug beim Empfang von Actien. Gehörige Of-
ferte und Interpellation. Die sog. Abendbörse ist
ein dem Hamburgischen Rechte völlig unbekanntes
Privatinstitut, worauf sich die den Verkauf auf der
Börse betreffenden Usancen nicht beziehen.
Kläger hat dem Beklagten 75 Stück Lomb. Eisenb.-Actien
x>er ult. Juli verkauft. Da der 31. Juli auf einen Sonntag fiel,
so ließ Kläger dem Beklagten die Actien am 1. August zur Em-
pfangnahme offeriren und ihn auffordern den Betrag von Bco.-M.
17, 210 ß. gegen 'Empfangnahme der Actien an die Conto des
Klägers abzuschreiben, worauf Beklagter dem die Aufforderung
überbringenden Notar erwiederte: er werde den ihm aufgegebenen
Betrag heute pr. Bank abschreiben lassen. Da Beklagter nicht
abgeschrieben hatte, so ließ Kläger die Actien am 2. August für
Rechnung des Beklagten verkaufen, machte dem Beklagten hiervon
Anzeige und schickte ihm die Differenznote zu. Beim Ausbleiben
der Zahlung ist auf Bco.-M. 3568. 9. Differenz Klage erhoben.
Beklagter behauptet, es seien ihm zwar die gekauften Stücke prä-
sentirt, als er aber sich zum Empfange bereit erklärt habe, nicht
geliefert, sondern wieder mit fortgenommen; er sei nicht mit dem
Empfange in Verzüge gewesen, weil nicht realiter offerirt worden
sei, und da dies bis 1 Uhr Mittags am 1. August nicht geschehen
sei, so habe er berechtigterweise sich von dem geschlossenen Handel
losgesagt rc. rc.
Das Handelsgericht hat die Klage abgewiesen, da die zur Be-
gründung des Verzugs des Beklagten erforderliche gehörige Inter-
pellation unter effektivem Leistungserbieten Seitens des Klägers
nicht erfolgt sei.

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