Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

Großherzogthum Baden. Art. 278. 289 flg 91
Werth des Malzes zu gleichem Preise angegeben haben. Jedenfalls
hat das Handelsgericht aus diesen mehrfachen Erklärungen die
volle Ueberzeugung erlangt, daß der Werth des Malzes in Wirk-
lichkeit der vom Kläger behauptete zur Zeit und am Ort der ge-
schuldeten Lieferung war.
Außer dem Werthe des Malzes hat Kläger weiter den Er-
satz von 101 Frcs. 5 Cents. Kosten verlangt, welche ihm durch die
Einklagung der Hauptforderung beim Handelsgerichte in Civita-
vecchia entstanden seien. Dieser Anspruch ist unter dem Gesichts-
punkte vollkommen begründet, daß einerseits Kläger alle zur
Sicherung seiner Forderung dienlichen Mittel zu ergreifen befugt
war iL.-R., S. 1180, Art. 358 H.-G.-B.), und zu diesen die
Klagerhebung in Civitavecchia um so mehr zu zählen ist, als die
Gerichtsbarkeit und Zuständigkeit des Handelsgerichts daselbst, nach
inländischen Gesetzen beurtheilt, begründet war, anderseits die Be-
klagten verpflichtet sind, dem Kläger allen Schaden zu ersetzen,
der ihm durch ihr vertragswidriges Verhalten entstanden ist. Die
Zinsen aus dem nachgewiesenen Kostenbeträge laufen aber erst von
Zustellung der Klage, nicht von dem Tage des Erkenntnisses des
Handelsgerichts, weil erst von jenem Zeitpunkte die Beklagten
Kenntniß von der klägerischen Forderung erhielten und noch nicht
früher deßhalb gemahnt waren. Art. 288.
Gegen die Ansprüche des Klägers haben die Beklagten wett-
schlagend und widerklagend eine Forderung dahin geltend gemacht,
daß sie auf Bestellung des Klägers diesem am 6. Sept. 1865
einen Ballen alten Hopfen 123 Kilogr., zu 240 Frcs. die 50
Kilogr., also für 590 Frcs. franco Civitavecchia gesandt haben.
Mit Recht hat jedoch der Kläger eingewandt, daß er zur Ueber-
nahme fraglicher Hopfen nicht mehr verbunden gewesen sei, weil er
in seinem Bestellungsbriese vom 27. Juli 1865, bestätigt durch
einen anvern Brief vom 12. August des gl. I. begehrt hatte, daß
ihm der Hopfen schleunigst — piu presto — zugesandt werde.
Diese Bestimnrnng darf nicht als eine bloße Zeitangabe mit der
Wirkung ausgefaßt werden, daß die Beklagten, solange Kläger sie
nicht in Verzug gesetzt und seine Bestellung zurückgenommen, immer
noch rechtsgiltig liefern konnten, sondern sie ist eine Bedingung,
welche, wenn die Beklagten sie nicht erfüllten, die Bestellung gleich

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