Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

Großherzogthum Baden. Art. 278. 289 flg.

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Es sollte demnach durch die Zeit „per September" dem Beklagten
nur hinsichtlich des Endest nicht aber hinsichtlich des Anfangs der
Friste innerhalb welcher er nach dem Geschäftsabschlüsse zu liefern
habe, eine Schranke gesetzt werden.
Urtheil des Handelsgerichts Mannheim vom 29. Juni
1868, in Sachen Wollenberger und Lindgens in Jüchen
gegen Gabriel Wachenheim in Mannheim.

Art. 278. 289. 319. 347. 358.
Eine von dem Lieferungsschuldigen vorgenommene
Werthsbezeichnung der Waare bleibt für ihn bindend,
wenn er beim Lieferungsverzug auf den Werthersatz be-
langt wird. — Für die Zinspflicht bei einer Handels-
schuld bedarf es der Verzugsetzung nicht. — Wenn auch
der Käufer bei der Bestellung schleunige Zusendnug —
piu presto — bedungen hat, kann doch seine Einrede der
verspäteten Zusendung aus der Correspondenz widerlegt
werden. — Die Verpflichtung zum Kostenersatz durch
den säumigen Contrahenten bezieht sich nicht auf zweck-
lose und mißglückte Versuche, zu seinem Anspruch zu
kommen.
Caruso in Civitavecchia übergab 1865 dem Procuristen von
Marx & Comp, in Mannheim. Albert Marx, leihweise 1500 Kilogr.
Malz, welche dieser nach Rom zu liefern hatte, gegen die Ver-
pflichtung des Letztern, binnen Monatsfrist das gleiche Quantum
in guter Qualität zurückzugeben; da er sein Mal; nicht erhielt,
entspann sich eine Correspondenz, Caruso erwirkte dann bei dem
Handelsgerichte in Civitavecchia ein Urtheil auf Zahlung von 750
Franken und, weil Marx & Comp, trotzdem nicht zahlte, klagte er
neuerdings beim Handelsgerichte Mannheim auf Zahlung der
750 Franken und Ersatz der Proceßkosten mit 101 Franks 5 Cents.
Die Beklagten erkannten die Forderung nur mit 480 Frcs. an,
verwahrten sich gegen die Kosten eines Processes, von dem sie keine
Kenntniß erhalten hätten und machten wettschlagend und wider-
klagend eine Forderung von 590 Frcs. für einen Ballen Hopfen
geltend, welchen sie dem Caruso auf Bestellung zuschickten, den dieser

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