Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

Die Haftbarkeit des Frachtführer- für Verlust und Beschädigung rc. 493
wenn eben eine rechtzeitige Feststellung der Mängel nach Vorschrift
des Art. 407 vorausgegangen ist?) Der Ersatzanspruch erlischt also
nicht in Folge der unterlassenen Feststellung, sondern er entsteht
erst durch dieselbe, erst durch , diese ist actio nota vorhanden?)
Ob es sich nun im konkreten Falle um äußerlich nicht er-
kennbare Verluste oder Beschädigungen handelt, ist quaersto facti.
Gewichtsdefecte werden in der Regel als äußerlich nicht erkennbare
Mängel zu betrachten fein* 2 3 *) und nur in seltenen Ausnahmefällen,
etwa wenn der Frachtführer alsbaldiges Nachwiegen nachgesucht
hat und der Destinatär hierzu in der Lage war, kann von An-
wendung des Absatz 2 des Art. 408 nicht die Rede sein. Aber
selbst in diesem letzteren Falle darf dem Destinatär nicht ein ent-
schuldbarer Jrrthum zur Seite stehen (z. B. der Fuhrmann wünscht
sofort abzureisen und bittet um alsbaldige Abnahme, während
sofortiges Nachwigen nicht gut thunlich)?) Am allerwenigsten darf
aber ein dolus des Frachtführers in Frage stehen.
3. Für den Eisenbahntransport ist in Gemäßheit des Art. 428
des H.-G.-B. im § 19 des deutschen Vereinsreglements festgesetzt,
daß selbst bei äußerlich nicht erkennbaren Mängeln die Feststellung
des Verlusts oder der Beschädigung ohne Verzug nach der Ent-
deckung nachgesucht und der Anspruch spätestens innerhalb 4 Wochen5 * 7)
bei der Eisenbahn-Verwaltung schriftlich angemeldet worden ist?)
Diese Bestimmung ist übrigens nicht aufden gänzlichen Ver-
lust des Frachtguts anwendbar?)
1) Koch) das a. d. H.-G.-B., S. 413. Note 37.
2) Eine Feststellung des Schadens in Gemäßheit des Art. 407 erscheint
dann nicht nöthig, wenn die Armahme eine vorbehaltlose, eine solche, welche
der Art. 408 im Auge hat, überhaupt nicht war. In diesem Falle steht es
lediglich im Belieben des Beschädigten, ob er eine Feststellung des Schadens
und in welcher Weise vornehmen will. Meine Abhandlung, S. 166.
3) Lutz, Prot., S. 5026, Koch in Goldschmidts Zeitschrift, X, S. 107, Note 4;
H.-G. Leipzig ebenda, S. 163.
0 St.-G. Berlin im Centralorgan, N. F. IV, S. 268.
b) Im Art. 428 heißt es binnen einer bestimmten Frist (4 Wochen) nach
der Ablieferung, während die incorrecte Fassung im § 19 es zweifelhaft
läßt, ob 4 Wochen nach der Ablieferung oder nach der Entdeckung gemeint sei.
6) Mit der Anzeige ist die Verjährungsfrist nicht zu verwechseln, auch wird durch
diese Anmeldung die Verjährungsfrist nicht unterbrochen. Gad, Handelsrecht, S. 317.
7) Lutz, Prot., S. 5025 bis 5028. Makower a. a. O., S. 263, Note 15;

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