Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

Bezirk des O.-A.-GerichtS zu Lübeck. Zu Art. 742—756. 441
der Verschuldung mit Unrecht gemacht werde, weil der Beklagte
dann, in Betracht des an der betreffenden Stelle für tiefgehende
Schiffe nur schmalen Fahrwassers, nicht nach Süden hinüber gehen
konnte und also nichts zu thun vermochte, als zu stoppen, rückwärts
zu gehen und rasch den Anker fallen zu lassen, ein Manoeuvre,
bei dem es nicht zu vermeiden war, daß die „Teutonia," bevor
der Anker gefaßt, mit dem Vordertheile nach Norden umlegte;
da vielmehr, falls, wie gesagt, die „Teutonia" gezwungen war
zu stoppen, die spätere Collision mit der klägerischen Schute zu dm
Unfällen gerechnet werden muß, denen auf einem schmalen Fahr-
wasser, auf welchem ein reger Verkehr herrscht, auch bei Beobachtung
aller Vorsicht dann und wann nicht vorgebeugt werden kann:
daß, den Parteien wegen Berechnung und der Höhe des
Schadens eventuell alle Gerechtsame vorbehältlich, Beklagter
zu verpflichten, den Beweis anzutreten,
daß sich, als bei dem fraglichen Vorfälle die „Teutonia,"
vom Reihenstieg kommend, au den Schlengeln entlang
nach St. Pauli hinunter fuhr, derselben eine beladene
Ballastschute in den Weg gelegt habe.
Wird dieser Beweis vom Beklagten erbracht, so sind die Kläger
abzuweisen, wird er nicht erbracht, so ist der Beklagte für schadens-
ersatzpflichtig zu erachten.
In Sachen Ebeling & Comp, und Th. H. Eggers, Kläger,
gegen I. H. A. Knop, Beklagten.
Zu Art. 742-756.
Hülfslohn. — Die Betreibung des Gewerbes eines Lootsen
verpflichtet denselben nicht in allen Fällen die Führung
eines Schiffes als Lootse zu übernehmen.
Erkenntniß des Handelsgerichts vom 8. April 1869 (unter
Zuziehung der Schiffer-Alten Gerritz und Petersen
nach Maßgabe Art. 3 der Handelsgerichts-Ordnung).
Da, wenn auch in dem Augenblick, in welchem die klägerische
Schaluppe bei dem „Paraguay" anlangte, dieser letztere schon über
die Außensände fortgestoßen und flott geworden war, doch die Ge-
fahr für das Schiff damals noch keineswegs beseitigt war, dasselbe
vielmehr schon in dem nächsten Augenblick wieder auf eine Sand-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer