Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

434 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Zu Art. 649. 746. 748.
von der entgegenstehenden Ansicht ausgeht, indem — ganz abge-
sehen davon, daß die bezügliche Vorschrift des Merchant Shipping
Act sehr wohl dahin verstanden werden könnte, daß dieser Theil
des Berglohns nur den Rhedern und nicht auch den Ladungs-
interessenten zur Last salle — darin, daß der „Blue Zacket" unter
englischer Flagge suhr, und nach England bestimmt war, ein ge-
nügender Grund nicht gesunden werden kann, für diese Frage das
englische Recht als entscheidend zu betrachten —
vgl. die Erkenntnisse des Handelsgerichts und Obergerichts
in Sachen Des Arts und iComp., mand. noie. c.
A. I. Schön und Comp, und I. D. Mutzenbecher
Söhne, vom 15. Februar und 23. März 1866 —
wie denn auch der beklagtische Anwalt, wem: derselbe auch auf das
englische Recht Bezug genommen hat, doch keineswegs verlangt hat,
daß dasselbe als maßgebend für die vorliegende Frage angesehen
werde;
da hiernach für die Höhe des dem „Pyrmont" zuzusprechenden
Berglohns davon auszugehen ist, daß behufs der Bergung der
Kiste der „Pyrmont" und dessen Mannschaft sich nicht der geringsten
Gefahr zu unterziehen hatten, mit dieser Bergung auch weder An-
strengung noch Zeitverlusi verbunden waren, somit aber das Berg-
lohn keineswegs aus ein Drittheil des Werthes der Kiste bestimmt
werden kann, indem nach Art. 748 des H.-G.-B.s — abgesehen
von dem hier nicht vorliegenden Fall, daß der gerettete Gegenstand
nur einen geringen Werth hat — ein Drittheil des Werthes das
Höchste ist, was überhaupt an Berglohn zugesprochen werden darf;
da andererseits aber für die Bestintnlnng des Berglohns
auch nicht außer Acht bleiben darf, daß dem Obigem zufolge das
Boot, worin sich die Kiste befand, und somit diese selbst der größten
Gefahr ausgesetzt war, unv daß nach der eigenen Anggbe des
Klägers die Kiste Gold im Werthe von L. 4000 — enthält:
daß dem beklagtischen Schiffe „Pyrmont" als Vergütung für
die Bergung der ftaglichen Kiste Banco 4 5000 — zuzu-
sprechen, Beklagter aber vorgängig in nächster Audienz nach
Rechtskraft dieses Erkenntnisses unter dein Rechtsuachtheil,
daß die Unterschrift des Eapt. White als echt angesehen
werde, darüber, ob er diese Unterschrift anerkennen wolle

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