Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

404 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Zu Art. 504. 634.
gesehen und, mit dem Hamburgischen Dispacheur, der in Liverpool
thunlichst ermittelte Werth der Waare in gesundem Zustande zu
Grunde gelegt werden solle. Das Obergericht erklärte indessen in
seinen Entscheidungsgründen,
,,daß diese Beschwerde zu verwerfen sei, indem dem im
Assecuranzrecht durchgreifenden Grundsätze, daß der Ver-
sicherte nicht gehalten sei, sich Ersatzstücke ausnöthigen zu
lassen, zuwider gehandelt werden würde, wenn man die
ideellen Antheile der Kläger an den 814 Ballen als iden-
tisch mit den ihnen zu liefernden 270 Ballen behandeln wollte."
Demgemäß hat das Obergericht das Handelsgerichtserkenntmß „dessen
decisivem Theile nach" bestätigt und wenn in Betreff des vom
Handelsgericht gemachten, die Jdentificirbarkeit betreffenden Vor-
behalts im Decisum hinzugefügt worden ist, „jener Vorbehalt sei
(wiewohl unter Reservation aller Gerechtsame wegen der rechtlichen
Consequenzen) auch auf Jdentificirbarkeit von Waaren-Theilen
auszudehnen," so wird hierdurch, wie von selbst einleuchtend, an
dem als maßgebend aufgestellten Princip nichts geändert. Nach
beiden Erkenntnissen sollen auf die nicht identificirbaren Waaren
diejenigen Principien, welche für Fälle des Verlustes versicherter
Waaren die Schadensermittelung bestimmen, anwendbar sein.
Daß
zu 2) in den Theilen des Obergerichtserkenntnisses, welche
nicht völlig dem Handelsgerichte sich anschließen, kein Grund vor-
handen ist, um das von den Beklagten jetzt von Neuem in Frage
gestellte Princip der Schadensermittelung als nicht rechtskräftig
festgestellt anzusehen, wird sich aus dem Folgenden ergeben. In
Betreff einiger der von dem beklagtischen Anwälte geltend gemach-
ten Momente ist eine Abweichung des Obergerichtserkenntnisses von
dem Handelsgerichtserkenntnisse nicht einmal vorhanden. Dieß gilt
a) von der angeblichen Verschiedenheit der Erkenntnisse, in-
sofern nach der Behauptung der Beklagten das Handelsgericht die
Vermischung mehrerer unter verschiedene Policentapen desselben
Versicherten gehöriger Waaren für unzureichend zur Begründung
der Annahme des (assecuranzrechtlichen) Verlustes der betreffenden
Waare erkläre, während das Obergericht dieser Auffassung des
Handelsgerichts entgegentrete. Das Handelsgericht hat jenen Satz

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