Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

364 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Zu Art. 356. 357.376, Abs. 3.
aufgestellt ward, es an einer genügenden Begründung fehlte, indem
Kläger nicht angegeben hatten, zu welcher Zeit die Waare bei
rechtzeitiger Lieferung in Rotterdam, muthmaßlich in Kopenhagen
angelangt sein würde, Kläger vielmehr nur behauptet hatten, daß
die Waare am 17. und am 27. October in Kopenhagen den ihrer
Schadensberechnung zu Grunde gelegten höheren Werth gehabt
habe, in Berücksichtigung des Umstandes aber, daß Kläger in diese
Berechnung nur die Fracht, welche bei der Verladung mit einem
Segelschiffe zu bezahlen gewesen wäre, ausgenommen haben und
somit anzunehmen steht, daß der Transport mittelst eines Segelschiffes
beschafft sein würde, nicht der geringste Zweifel darüber obwalten
kann, daß auch die Zeit bis zum 27. October zur Verladung der
Waare in Rotterdam und Zurücklegu.ng der Reise nach Kopenhagen
nicht ausgereicht haben würde;
da nun aber Kläger jetzt die Behauptung aufstellen, daß die
Waare im Nov. in Kopenhagen eingetroffen sein würde, diese Be-
hauptung auch zur Präcisirung des klägerischen Anspruchs genügt,
indem dieselbe gar nicht anders verstanden werden kann, als daß
Kläger behaupten wollen, daß die Waare spätestens ultimo Novbr.
und einräumen wollen, daß dieselbe möglicher Weise erst an diesem
Tage in Kopenhagen angelangt sein würde;
da es auch unbedenklich erscheint, jetzt noch Kläger mit dieser
Klagverbesserung zuzulassen, indem die Klage doch immer nur an-
gebrachtermaßen abzuweisen sein würde und bei der Entscheidung
über die Proceßkosten darauf Rücksicht genommen werden kann, daß
Kläger erst nachträglich die hier in Rede stehende Behauptung auf-
gestellt haben;
da nun für die Beantwortung der Frage, zu welcher Zeit die
Waare in Kopenhagen eingetroffen sein würde, die Durchschnitts-
dauer einer Reise von Rotterdam nach Kopenhagen zu Grunde zu
legen ist, hiernach aber keinensalls angenommen werden kann, daß
die Waare erst nach dem Ablauf des November in Kopenhagen
eingetroffen sein würde, darüber aber, ob nicht die Ankunft auf
einen Tag früher zu sixiren wäre, es jedenfalls nur dann einer
Entscheidung bedürfte, wenn Beklagte — deren jetzige Vernehm-
lassung nicht anders verstanden werden kann, als daß sie sich eventuell
auf das neue Vorbringen der Kläger einlassen wollten — geltend

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