Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

334 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 313. 374. 382 flg.
mit ihrer Monitur bereits am 25. und 26. October hervortraten,
hiernach diese Monitur keineswegs als verspätet betrachtet werden
kann, zumal da Beklagte selbst nicht anzunehmen scheinen, daß
Kläger, wiewohl sie in ganz kurzer Zeit sich darüber vergewissern
konnten, ob die Waare in Folge der in den Frachtbriefen ange-
gebenen Verladungsart einen Schaden erlitten habe, schon vor
Empfang der Waare gegen diese Angabe der Frachtbriefe sich hätten
verwahren müssen;
da es hier auch daraus nicht ankommt, ob Kläger durch die
Abnahme der Waare von der Eisenbahn diese letztere ihrer Ver-
antwortlichkeit entlassen haben, indem das feststeht, daß die Waare
durch Regen beschädigt wurde, und die Eisenbahn, wenn vereinbart
worden, daß das Gut in unbedeckten Wagen transportirt werden
solle, bekanntlich für den Schaden nicht haftet, „welcher aus der
mit dieser Transportart verbundenen Gefahr entstanden ist," —
Vereins-Reglement, § 22, Rr. 2 (H.-G.-B., Art. 424,
Nr. 1) —
hiernach aber nicht einzusehen ist, wie die Eisenbahn für den vor-
liegenden Schaden hättte verantwortlich gemacht werden können;
da namentlich auch die Behauptung der Beklagten, daß die
Beschädigung der Waare aus dem hiesigen Bahnhof entstanden
sei, irrelevant ist, indem die Vereinbarung, daß die Waare in
unbedeckten Wagen transport werden dürfe, dahin verstanden werden
muß, daß auch noch nach Ankunft des Gutes und bis zu dem
Zeitpunkt, bis zu welchem dasselbe von der Eisenbahn-Verwaltung
dem Destinatair zuzuführen ist oder —■ bei Gütern, welche der
Destinatair vom Bahnhof abzuholen hat, — der Destinatair das
Gut abholt, dasselbe in unbedeckten Wagen gelassen werden darf;
Da hiernach, wenn auch die principielle Austasfung der Kläger,
daß Beklagte auch bei einer ordnungsgemäß beschafften Verladung
die Gefahr während des Transports der Waare von Pesth hierher
zu tragen hatten, nach den Bestimmungen des zwischen den Parteien
geschlossenen Contract als unbegründet angesehen werden muß, Be-
klagte doch in Folge der Art, in welcher sie den Transport be-
schaffen ließen, für die Beschädigung haften, mit welcher die Waare
hierorts den Klägern von der Eisenbahn geliefert worden, diese

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