Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

312 Bezirk des O.-A.-G. zu Lübeck. Zu Art. 52. 321. 345. 348. 602.
und jene Bestimmung des allg. deutschen H.-G.-B.s überall nur in
dem Falle zur Berücksichtigung gelangt, wenn die Behauptung des
Beklagten, daß der Vertrag in Bergedorf abgeschlossen sei, unrich-
tig ist;
da demgemäß die Beweislast der Nicht-Probemäßigkeit auf
den Beklagten fallen muß und dieser Beweis auf die Zeit vor dem
Momente zu richten ist, von welchem an die Gefahr auf den Käu-
fer überging,
vrgl. Th öl, Handelsrecht, I, § 85;
da eine genauere Präcisirung dieses Augenblicks in der Be-
weisauflage lnicht thunlich erscheint, weil eben für diese eventuelle
Einrede der Mchtempfangbarkeit nicht klar genug erhellt, an welchem
Orte der Vertrag abgeschlossen ist und das allg. deutsche Handels-
gesetzbuch im Art. 345 von den Auffassungen des gemeinen Han-
delsrechts, welches den Uebergang der Gefahr schon mit dem Zeit-
punkte der Feststellung der Quantität und des Preises, sowie der
zweiseitigen Ausscheidung der- Waare annimmt, für den Fall abwei-
chend erscheint, daß Bergedorf als Erfüllungsort zu gelten hat;
da endlich auch dem Beklagten noch der Beweis seiner ferne-
ren Einrede, nämlich der vom Kläger geleugneten Behauptung nach-
gelassen werden muß, daß Th. Brandes u. Co., welche als Hand-
lungsbevollmächtigte des Klägers für den Verkauf von Borke im
Allgemeinen und insbesondere auch als Vermittler des fraglichen
Lieserungsvertrags, sowohl nach gemeinem Rechte, als nach der
Vorschrift des
Art. 52 des allg. deutschen H.-G.-B.s
zum Abschluß näherer, dieß Geschäft berührender und den Princi-
pal verpflichtender Verträge als berechtigt angesehen werden müs-
sen, das vom Beklagten eingeschlagene Verfahren ausdrücklich gut-
geheißen und genehmigt haben, wobei, da dieß durch einen bloßen
Commis geschehen sein soll, allerdings auch der Nachweis erforder-
lich ist, daß dieser Commis zur Vornahme der betreffenden Hand-
lung ausdrücklichen Auftrag von Brandes u. Co. erhalten habe,
erkannt:
es ist Beklagter innerhalb Ordnungssrist bei Verlust des Be-
weises, Gegenbeweis vorbehältlich, zu Recht zu erweisen
schuldig:

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