Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

228 Großherzogthum Baden. Art. 432 ff. 607. 782 ff. 824—826.
gedrungenes Wasser verdorben war und eine unter Mitwirkung der
Hauptagentur am 26. Februar erhobene Expertise ermittelte einen
an der Weizenladung eingetretenen Schaden im Betrage von Fl. 1454
13 Kr. St. und S. erhoben auf Zahlung dieses Betrags Klage
gegen den Llohd beim Kreisgericht Mannheim, Civilkammer, unter
der Behauptung, daß hier ein unter die versicherten Risico's fallen-
der Schaden vorliege, während der Llohd unter Einräumung der
Höhe der Schadensberechnung sich der Zahlung weigerte, weil hier
kein versicherter Unfall, sondern nur die Folge unversicherter Witterungs-
einflüsse und gleichzeitig eine grobe Nachlässigkeit des Schissers durch
nicht rechtzeitiges Auspumpen des in jedes Schiff eindringenden
Wassers vorliege, weil endlich Kläger die zur wirksamen Regreß-
nahme gegen den Schiffer erforderliche'Hilfe zu gewähren unter-
lassen und deßhalb nach § 12 der allg. Bersicherungsbedingungen
den Anspruch verwirkt hätten; widerklagend verlangte der Llohd
den Ersatz der von ihm für eine am 27. Februar bewirkte Exper-
tise bestrittenen Auslagen.
Die Civilkammer erkannte mit Urtheil vom 18. Mai
1867 aus folgenden Gründen nach dem Klagbegehren:
„Angesichts der Versicherungsbedingungen kann emem Zweifel nicht
unterliegen, daß die Beklagte für den dem Weizen zugegangenen Schaden
auszukommen hat. Außer gegen Schiffsahrtsunsälle und höhere Ge-
walt (§ 1 der Bedingungen) erwirkten Kläger durch Zahlung von
50 pCt. Winterzuschlag auch gegen Eisgesahr und deren Folgen
Versicherung und es blieben sonach nur die in § 2 der Bedingungen
aufgeführten unversicherten Gefahren außerhalb der Versicherung.
Hier ist nun freilich u. A. ausgeführt, daß der Llohd nicht für
Schaden oder Verlust hafte, welcher durch Regen, Frost, Hitze und
überhaupt Witterungseinflüsse eintrete; allein, wenn der Llohd aus
dem Umstande, daß Kläger keine wirkliche Eisgefahr und keinen
förmlichen Leck, der dadurch dem Schiffe zugegangen, behaupten,
sondern nur anführen, der Schaden sei durch das von unten heraus
in das Schiff gedrungene Wasser dadurch verursacht worden, daß
in Folge des Frostes und des Austhauens das Schiff mehr oder
weniger leck wurde, ableiten will, daß hier lediglich ein unversicherter
Witterungseinfluß vorliege, in welcher Richtung sich auf das Experten-
protocoll vom 27. Februar berufen wird, aus welchem sich übrigens

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