Full text: Volume (Bd. 19 (1870))

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Großherzogthum Baden. Art. 346.

Tage erforderte, die fragliche Anzeige nicht bis zum 10. Juli ver-
schieben, sondern mußte sie, sei es auch nur in vorläufiger Art,
sofort machen, damit Kläger seinerseits die nöthigen Schritte zur
Wahrung seiner Rechte vornehmen, namentlich seststellen konnte,
wie viel von dem Verluste dem Gebrauche schlechter Fässer, wie
viel jenen Umständen, für welche Beklagter zu haften hat, zuzu-
rechnen sei. Er hat dieß aber nicht nur vernachlässigt, sondern
damit sogar nach der Einlagerung vom 6. Juli noch bis zum
10. Juli gezögert, was nach dem Gutachten der Handelsrichter für
sich allein schon eine so offenbare und bedeutende Bersäumniß ent-
hält, daß zufolge derselben die Waare als genehmigt gelten muß.
Der Beklagte kann sich dagegen nicht mit dem Vorbringen ent-
schuldigen, 1>aß er erst am 9. oder 10. Juli Kenntniß vom Ergeb-
nisse der Untersuchung und Einlagerung' der Fässer und des Oels
erhalten habe; denn es war seine Aufgabe, sich vom Tage der
Ankunft der Waare an ununterbrochen in Kenntniß über deren
Zustand und Behandlung zu erhalten, sie nicht aus dem Auge zu
verlieren, und hastet er deßhalb für alle in der einen oder andern
Beziehung von seinen Dienstleuten oder dritten Personen began-
genen Versäumnisse."
Urtheil des Handelsgerichts Mannheim vom 4. Sep-
tember 1868, in Sachen Levita gegen Nauen.
Art. 346.
Nach Uebernahme der Waaren beim Platzgeschäste kann
der Käufer sich nicht nachträglich auf eine Beanstandung
seitens seines Abnehmers berufen.
Beklagter suchte sich der Verpflichtung, für die am 27. Mai
bezogenen 100 Centner Hadern den bedungenen Kaufpreis zu be-
zahlen, durch Berufung auf die seitens der Papierfabrik E. ihm
gegenüber erfolgte Dispositionsstellung zu entziehen. Allein die
Vorgänge zwischen dem Beklagten uud seinem Kunden wurden
vom Gerichte dem Kläger gegenüber für unerheblich bezeichnet.
„Mag auch chei dem Vertrage vom 15. Mai eines früher über-
gebenen Musters Erwähnung geschehen und dabei die Bemerkung
* gefallen sein, daß der Beklagte die Hadern für eine Papierfabrik
kaufe, so ist doch keineswegs die Persection* des Kaufes von der

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