Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

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Abhandlungen.

Wenn im Art. 481 dem Schiffer aufgegeben wird, für die
gehörige „Stauung"*) und die erforderliche „Garnirung"*) des
Schiffes zu sorgen, so wird derselbe dann nicht verantwortlich, wenn
seine Anzeigen und Rügen beim Rheder oder den Stauern nichts
geholfen haben (Prot. S. 1755 u. 3750).
„Nothhafen" im Art. 490 ist im Gegensatz zu den „Bestim-
mungshafen" der Hafen, in welchem ein Unfall den Schiffer nöthigte,
einzulanfen. Eine fernere Hasenspecies ist der „Heimathshafen,"
von welchem aus die Reise beginnt (Art. 495). Zu den in Art. 497
erwähnten Kosten „zur Ausführung der Reise" gehören auch die durch
den Aufenthalt in einem Nothhafen veranlaßten (Prot. S. 1592).
Der im 517. Art. erwähnte „Embargo" ist die auf Befehl
einer Regierung angelegte Inhibition oder Arrest der im Hafen
liegenden Schiffe, der bald als Repressalie, bald als Kriegs-, bald
als Sicherheits-, bald als Zwangsmaßregel erscheint.
Die in Art. 524, alinea 2 gedachte Belohnung fällt ohne Zweifel
den Erben des Getödteten zu.

§ 6.
4. Titel: Von der Schiffsmannschaft.
Die „Musterrolle" (Art. 529) ist das Namensverzeichniß
des Schiffsvolks, in welche zugleich der Heuer- oder Miethvertrag
einzutragen ist. In Dänemark werden selbst die Passagiere und die

ist gleichbedeutend mit „miethen." Zu den Schisispapieren gehört daher auch
wesentlich der „Heuerbrief" — auch „Cartepapier" oder „Chartepapier" —, ein
Vertrag zwischen Rheder oder Capitän und Befrachter über die Vermiethung
entweder des ganzen Schiffs oder eines Theiles desselben zu einen bestimmten
Preise.
*) „Stauung" — Arrimage — ist die richtige Vertheilung der Last auf
einem Schiffe, wobei der Schiffer das „Metacentrum" des Schiffes — den
richtigen Mittelpunkt — genau int Auge haben muß. Dazu verpflichtet schon
das preußische allgem. Landr., Th. 2, Tit. 8, § 1475. Die Stauung erfordert
eine eben so große Kenntniß, als Sorgfalt, da eine falsche Ladung leicht die Fahrt
erschwert, oder gar den Untergang des Schiffes, namentlich bei Seestürmen, ver-
anlassen kann. — Die „Garnirnng" eines Schiffes wird durch die Planken,
womit dessen Seitenwände inwendig belegt sind, damit sie eine gleiche Fläche
bekommen.

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