Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

370 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

nicht, auch wenn er die erhaltene Leistung noch anzufechten berechtigt
wäre. Eine solche Berechtigung besteht jedoch für ihn nicht.
Die von ihm angegebenen Fehler sind keine solchen, welche er
nicht sofort erkennen oder durch Untersuchung und Prüfung fest-
stellen konnte; hat er dieß nicht gethan, die Gerste ohne vorherige
Prüfung und Vorbehalt dem Malzprocesse unterworfen, so hat er
die Waare empfangen und die Sache ist zu Ende. Es wäre übel
mit der Sicherheit des Verkehrs bestellt, wenn man eine bezahlte
und verarbeitete Waare hinterher, weil sie angeblich nicht taugt, zurück-
geben oder den Verkäufer mit Entschädigungsklagen belästigen könnte.
Diese letzteren müßten sich ohnehin darauf stützen, „die Waare sei
nicht so viel werth gewesen, als dafür gegeben worden," was durch
Art. 286 des a. d. H.-G.-B. ausgeschlossen ist.
Zu Art. 353.
a.
Kaufpreis nach einem künftigen Ereignisse bestimmt.
(Aus der Zeitschrift für Gesetzgebung u. Rechtspflege, Bd. XIII, Heft 1.)
Der Hopfenhändler N. N. stellte am 20. September 1864 fol-
gende Urkunde aus:
N. N. aus N. kauft heute von A. A. zu M. 991 Pfund
Hopfen und zahlt hiervon heute per Centner 50 Fl. —
Sollte der Hopfen der Stadt Tübingen sammt dort be-
dungenem Trinkgeld per Centner höher als 50 Fl. versteigert
werden, so zahlt N. N. den Mehrbetrag an A. A. unmittelbar
nach beendeter Steigerung nach; bei einem etwaigen Minder-
erlös hat A. A. nichts zurückzubezahlen.
Am 20. October 1864 fand die Versteigerung des Tübinger
Stadthopfens statt und wurde ein Meistgebot von 861/2 Fl. per Centner
gelegt. Hiervon setzte A. A. den N. N. am 31. October brieflich in
Kenntniß und begehrte die Differenz von 361j2 Fl. per Centner. Der
Tübinger Stadtrath versagte jedoch dem damals gelegten Gebot die
Genehmigung, und am 5. November 1861 antwortete N. N., „wie
er in der Zeitung lese, werde der Tübinger Hopfen erst verkauft
werden, es sei demnach die Voraussetzung einer Nachzahlung noch
nicht eingetreten." Am 7. November 1864 verkaufte man sodann,

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