Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

Königreich Bayern.

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klagten androhte, daß er, wenn derselbe ihm bis zum 17. Januar
1865 kein anderes Pfand oder Sicherheit gebe, zur Veräußerung
schreiten werde.
Daß endlich bei dem Verkaufe selbst die Bestimmungen des
Art. 343 beobachtet worden sind, muß deßhalb angenommen werden,
weil der Beklagte die Art des Verkaufes nicht beanstandet, und ins-
besondere nicht widersprochen hat, daß der Verkauf nach Maßgabe
des wenigstens keine geringeren Cautelen fordernden Art. 310 bethä-
tigt worden sei.
Demgemäß ist der klägerische Anspruch auf die geforderte Diffe-
renz nicht nur wohl begründet, sondern auch durchaus liquid, und
mußte Beklagter sofort definitiv verurtheilt werden.
6.
Klage aufRückgabe eines Depot. Verkauf im
Privatwege.
(Aus der Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege Bd. XIII, Heft I.)
Der Gutsbesitzer A. A. entnahm im Jahre 1861 von dem Groß-
händler N. N. zu München einen Betrag von 20O0Fl. südd. Währ.;
wogegen er letzterem vier Stück österreichische Bankactien mit Divi-
dendenscheinen behändigte. In Bezug auf dieses Geschäft stellte
N. N. am 15. Mai 1861 einen Revers aus, inhaltlich dessen er sich
verpflichtete, an A. A. am 15. August 1861 gegen Zahlung von
2O30Fl. vier österreichische Bankactien zu überliefern, wogegen A. A.,
wenn der Cours der Bankactien unter 500 sinken würde, Deckung zu
schaffen habe; im Nichterfüllungsfalle solle N. N. berechtigt sein, die
Papiere zu verkaufen.
Auf Grund dieses Reverses erhob A. A. am 14. Mai 1864 bei
dem k. H.-G. München l/J. gegen N. N. Klage, worin unter dem
Bemerken, daß der Vollzug der durch jenen Revers von N. N. über-
nommenen Lieferung bisher mit beiderseitigem Einverständnisse sus-
pendirt gewesen, die Voraussetzung für Nachzahlung der Zuschüsse
aber nicht eingetreten sei, auf endliche Realisirung des fraglichen Lie-
fergeschäftes angetragen und gebeten war, den Verklagten für schul-
dig zu erkennen:
gegen Empfang der Summe von 2030 Fl. nebst 5°/0 Zinsen
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. IX. 22

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