Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

284 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

hat das Obertribunal durch Erkenntniß vom 20. März 1866 zurück-
gewiesen, aus folgeuden
Gründen:
Die Rüge der Verletzung der Art. 1. 507. 526. 542 des Han-
delsgesetzbuchs erscheint nicht begründet. Nach der nicht angegriffeneu
thatsächlichen Feststellung des Appellationsrichters liegt der Fall des
Art. 542 a. a. O. vor, in welchem bestimmt ist:
der Heuer-Vertrag endet, wenn das Schiff durch einen Zu-
fall dem Rheder verloren geht, insbesondere
wenn es verunglückt,
wenn es als reparaturunfähig oder reparaturunwürdig
kondemnirt und in dem letzteren Falle ohne Verzug öffent-
lich verkauft wird,
wenn es geraubt wird,
wenn es aufgebracht oder angehalten und für gute Prise
erklärt wird.
Dem Schiffsmann gebührt alsdann nicht allein die verdiente
Heuer, sondern auch freie Zurückbeförderung nach dem Hafen, wo er
geheuert worden ist, oder nach Wahl des Schiffers eine entsprechende
Vergütung. Er bleibt verbunden, bei der Bergung gegen Fortbezahlung
der Heuer Hülfe zu leisten und bei der Verklarung gegen Zahlung
der etwa erwachsenden Reise- und Versäumnißkosten mitzuwirken.
Für diese Kosten haftet der Rheder persönlich, im Uebrigen haftet er
nur nach Maßgabe des Art. 453.
Zwischen den Parteien ist, wie der Appellationsrichter weiter
feststellt, nicht streitig, daß der Anspruch der Schiffsmannschaft auf
freie Rückbeförderung nach dem Heuerhafen, wenngleich der Art. 507
nicht, wie es beispielsweise in Art. 526 und 544 a. a. O. geschehen ist,
allegirt worden, doch auch den Unterhalt während der Reise mit um-
faßt, indem der letzte Absatz des Art. 517 bestimmt:
Wenn nach den Bestimmungen dieses Gesetzbuches ein An-
spruch auf freie Zurückbeförderung begründet ist, so umfaßt
derselbe auch den Unterhalt während der Reise.
Nach der unbemängelten Fipirung des Appellationsrichters ist
die einzige unter den Parteien streitige Frage nur die, ob der Kläger
im vorliegenden Falle seiner Schiffsmannschaft außer Speise und

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