Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

106 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

Sterling als Prämie aus dem Bodmereigeschäfte durch Giro dem
Kläger übergeben dato London 1. April 1864 liquid, und das Ver-
bot auf Brigantine „Elena" und den respectiven dem Capitän Antonio
Maria Broni schuldigen Frachtlohn gerechtfertigt.
2) Es habe derselbe Antonio Maria Broni in seiner Eigenschaft
als Capitän der österr. Brigantine „Elena" dem Kläger binnen drei
Tagen bei sonstiger Epecution die Summe von 230 Pfd. Sterling
als Capital und Prämie des in der Urkunde dato London, 4. Juni
1864, stipulirten Bodmereigeschäftes sammt 6% Zinsen seit dem
5. Juni 1864 zu bezahlen.
3) Es komme dem Kläger zur Sicherheit dieser seiner unter
Nr. 2 näher bestimmten Forderung und der Proceßkosten das Pfand-
recht auf alle 24 Schiffsantheile s(Karate) der Brigg „Elena" zu
und zwar gegen jeden Eigenthümer derselben sowohl, als auch auf
den noch vom Capitän zu beziehenden Frachtlohn, und es sei somit
der Kläger berechtigt, mangels Zahlung auf alle 24 Karate der
Brigg „Elena" und ihre Bestandtheile, ganz oder theilweise und auf
den Frachtlohu die Epecution einzuleiten.
Bei der Tagsatzung am 28. Juli 1864 erschien persönlich der
Capitän Broni, und erkannte die genannte Forderung für liquid und
zahlbar, erklärte aber, nicht die nothwendigen Zahlungsmittel zu be-
sitzen und die Zahlung leisten zu können.
Bei derselben Tagsatzung erschien jedoch auch Giuseppe Matteo
Caftagna, welcher durch Urkunden bewies, Eigenthümer von zwölf
Karaten der Brigantine „Elena" zu sein, und den Streit auf
sich zu nehmen oder demselben beitreten zu wollen erklärte, indem
Geklagter in augenscheinlicher Collision mit dem Kläger sei, das
Darlehnsgeschäft gar nicht unter Beiden geschlossen worden sei, und
selbst zugegeben, daß das Darlehn wirklich vom Kläger ausbezahlt
worden sei, der Capitän diese Stipulation ohne Nothwendigkeit und
ohne Mandat willkürlich eingegangen hätte. Es verlangte deßwegen
Giuseppe Maria Castagna, daß jedes Verfahren sistirt und er berech-
tigt werde, dem Streite beizutreten, Einsicht von der Klage und den
Originalien der Beilagen zu nehmen, und auch auf eigene Kosten
davon Abschrift zu verlangen.
Kläger entgegnete, diese Intervention wäre unzulässig und von
der Gerichtsordnung nicht gestattet, umsoweniger, als die Anerken-

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