Full text: Volume (Bd. 9 (1866))

Oesterreich.

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dafür einen Beweis, deßhalb darauf in diesem Streite kein Bedacht
genommen werden kann, weil, was den Betrag des monatlichen Loh-
nes, sowol die Aufnahme des Klägers als Capitän, als auch die
Dienstleistung durch den Dienstvertrag und durch das bezügliche Be-
kenntniß des Beklagten erwiesen ist, und in der gelegten Rechnung
blos gesagt wird, daß nur die Gehalte der Mannschaft bezahlt, der
Lohn des Capitäns dagegen so lberechnet und angeführt wurde, als
wenn derselbe schon bezahlt worden wäre , was in der Wirklichkeit
jedoch nicht geschehen ist; weil, was den rcgalo betrifft, der in dem
Dienstvertrage angeführte Umstand, daß er in dem Verfrachtungs-
vertrage bedungen wurde, entscheidend erscheint; weil endlich, an-
langend den Anspruch auf Vergütung des nicht erhaltenen Weines
zu 63 Fl., dieser einen Bestandtheil der Zehrung bildet, welche aber
der Capitän verpflichtet und berufen war, beizustellen, wenn er dieß
zu thun unterlassen und keinen Vorrath an Wein für das Schiff an-
geschafft hat, angenommen werden muß, daß er auf die ensprechende
Gebühr der Zehrung verzichtet habe, weßhalb er nunmehr einen An-
spruch darauf nicht mehr erheben kann, welcher Anspruch überdieß
aber gegen die Vorschriften des §17, Art. VII des Editto politico
di navigazione *) wäre.
Das Oberlandesgericht in Triest hat aber den Kläger
gänzlich abgewiesen; nachdem das Verhältniß zwischen dem
Capitän eines Schiffes und dem Schiffsrheder nicht
einem einfachen Dienstverhältnisse gleichzustellen ist,
indem der Capitän, so viel man auch seine gewöhnlichen
Befugnisse beschränken mag, stets doch der Mandatar
des Rheders ist; nachdem dem Capitän schon nach dem
Gesetze die Verbindlichkeit obliegt, Rechnung über seine
Verwaltung zu legen, und diese Verbindlichkeit ihm überdieß
durch einen ausdrücklichen Pact, laut eines beigebrachten Briefes,
auferlegt wurde; nachdem die Verwaltungsrechnung alle Auslagen
und Einnahmen des Schiffes und daher auch den Gehalt und die
sonstigen Gebühren des Capitäns enthalten müsse und diese auch in
*) Diese Gesetzesstelle lautet:
„Gli uffiziali, o marinai dovranno essere soddisfatti dei salario o parte,
qumdiei giorni dopo ia piena esazione de’ noli, e dopo la consumazione del
viaggio,“

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