Full text: Volume (Bd. 21 (1871))

Bezirk des H.-A.-G. zu Nürnberg. Art. 338. 360. 471
übersendeten Maaren mit den betreffenden Preisen und der hier-
nach sich ergebenden Gesammtsumme verzeichnet, während von der
Beisetzung des Rabatts und des Sconto Umgang genommen wurde.
Ebenso stimmt die Zusammenstellung vom 2. Januar 1867
mit dem Inhalte der Fakturen durchaus überein, nur daß hier
bei der letzten Sendung der in der Faktura vom 19. Dec. 1866
übersehene Rabatt von 15 Proc. gleichfalls in Abzug gebracht ist.
Die Bemängelungen des Beklagten in dieser Richtung sind
demnach haltlos, was auch von dessen weiterem Einwande gilt,
daß, wenn die Faktura vom 30. November 1866 trotz des Rabatt-
zusatzes Commissionsgeschäfte zum Gegenstände haben könnten.
Nicht wegen des Rabattzusatzes in den Fakturen werden die hier
in Frage stehenden Waarensendungen als Kaufsgeschäfte erachtet,
sondern weil, wie gezeigt, mehrfache andere Behelfe dafür vor-
liegen, daß die betreffenden Maaren käuflich geliefert wurden.
Von Bedeutung für die Aufstellung des Beklagten könnte
nur noch der Schlußsatz des Briefes der Kläger vom 15. Novbr.
1866 an den Beklagten erscheinen, in welchem es heißt:
„Wir sind überzeugt, daß, wenn Sie in Ihren Weih-
nachtsinseraten erwähnen, daß Sie eine Hauptniederlage
und zu Fabrikpreisen von uns verkaufen, dies Ihnen von
nicht unbedeutendem Erfolge sein wird, indem die große
Majorität der Kundschaft von K. und M. seiner Zeit auf
Empfehlung und Vertrauen des Letzteren sich gebildet und
sehr viele Herrschaften bei dessen Liquidation den Wunsch
ausgesprochen, eine Niederlage dorten zu errichten."
Indessen bleibt auch bei dieser Bemerkung immerhin zweifel-
haft, ob die Kläger hierbei von der auf thatsächliche Verhältnisse
sich stützenden Annahme ausgegangen sind, daß sämmtliche von
ihnen dem Beklagten gelieferte Waaren demselben in Commission
überlassen seien, oder ob dem Beklagten nicht lediglich ein freund-
schaftlicher Rath behufs der Erhöhung seines Absatzes ertheilt wurde.
Den oben angeführten für eine käufliche Lieferung sprechen-
den Voraussetzungen gegenüber fällt die bezeichnete Bemerkung
selbst im Zusammenhalte mit den übrigen von dem Beklagten
hervorgehobenen Stellen aus der geführten Correspondenz um so
weniger in das Gewicht, als der dem Briefe des Beklagten vom

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