Full text: Volume (Bd. 21 (1871))

Bezirk des H.-A.-G. zu Nürnberg. Art. 271, Nr. 3. 401
war, weßhalb der Hinweis ver Beklagten in der Vernehmlassung
auf den Mangel der Behauptung einer Antragstellung aus Ein-
leitung einer Untersuchung und der Bestätigung des Ausganges
derselben durch ein gerichtliches Zeugniß keinen Hinderungsgrund
für die Zulassung der Klage mehr zu bilden vermochte.
Ein solcher konnte auch nicht in der Art der Schadensbe-
rechnung der Klägerin erblickt werden, denn die Größe der Er-
satzpflicht der verklagten Gesellschaft regelt sich zunächst nach dem
in der Berusungsaussührung der Klägerin selbst besonders hervor-
gehobenen Grundsätze, daß eine Versicherungsgesellschaft nur ver-
bunden sei, den von dem Versicherten wirklich erlittenen Schaden
im Verhältniß zur Versicherungssumme zu vergüten.
An der Hand dieses Grundsatzes läßt sich je nach dem Er-
gebniß der der Klagspartei gestatteten Beweisführung im Zu-
sammenhalt mit den Angaben in der Versicherungspolice vom
3. März 1863 und den in den Statuten der N.'schen Gesell-
schaft hieher niedergelegten besonderen Direktiven die entsprechende
Schadensberechnung füglich zur Ausführung bringen, und die bis-
herige Unterlassung eines derartigen Rechnungsversahrens steht der
Ausrechthaltung der Klage deßhalb nicht entgegen, weil dasselbe wohl
durch eine erst noch vorzunehmende Liquidation erschöpft werden kann.
Ist darnach die Höhe des Schadens, welchen die Beklagte
an sich zu vergüten gehabt hätte, festgestellt, so ist noch der Ein-
fluß zu berücksichtigen, welchen das oben angeregte Verhältniß der
Doppelversicherung auf die Leistungspflicht der verklagten Gesell-
schaft äußert. Dieser besteht nun darin, daß, wenn sich z. B.
der Brandschaden des D. auch der Beklagten gegenüber zu
dem von der Klägerin geltend gemachten Betrage von 2054 Fl.
seststellen ließe, die Beitragsquote für die Klägerin aus der Be-,
rechnung von
9800 : 2054 ----- 6400 : x,
und jene für die Beklagte aus derjenigen von
9800 : 2054 ----- 3400 : x,
sohin dort mit
1341 Fl. 23 Kr.
hier mit 712 Fl. 37 Kr.
sich ergeben würde. —
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. XXI.

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