Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

Lieferungsvertrag oder Einkaufscommission.

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deshalb verschiedenartig herausstelle. Er werde gewiß auf
das Gewissenhafteste an das Geschäft schreiten, die Wolle
ankaufen, wie sich die Conjunctur darbieten werde, und die
Preise auf das Billigste und Beste anzulegen suchen. Man
könne aber die Preise im Voraus nicht fest bestimmen. Er
werde hoffentlich Wolle zum geringeren Preise, welche auch
zum angegebenen, welche auch zum höheren Preise bezahlen
müssen. Er hoffe, daß Beklagter in ihn das Vertrauen
setze, daß er nur des Beklagten Interesse wahrzu-
nehmen suchen werde. Endlich bitte er, ihm 3 Thlr. pro
Centner Provision zu bewilligen, da er mehrere bekannte
Menschen ins Geschäft nehmen müsse, welches verschiedene
Kosten und mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehme.
Am 7. Mai schreibt Beklagter,
Er bedaure, daß Kläger nicht für 2 Thlr. Provision für ihn
auskaufen wolle, trotzdem er ihm den Preis bis 51 Thlr.
epcl. Provision erhöht, und ausdrücklich bemerkt habe, daß
er in diesem Jahre die besseren Wollen nicht ge-
brauchenkönne. Er wolle aber den Kläger gern insofern
entgegenkommen, als er den Preis bis auf 52 Thlr. epcl.
Provision erhöhen, und diesen Preis als Durch-
schnittspreis annehmen wolle, sodaß dem Kläger
so viel mehr Freiheit über dem Durchschnitts-
preise bleibe, wie er (Kläger) billigere Wolle ein-
gethan habe. Convenirendenfalls stehe dem Kläger Casse
nach Bedarf zu Diensten.
Am 11. Mai schreibt Kläger,
Er habe sich entschlossen, auf des Beklagten Anerbieten im
Schreiben vom 7. Mai einzugehen, und bitte um 3000 Thlr.
Am 13. Mai schickt Beklagter die verlangten 3000 Thlr.
Am 23. Mai schreibt Kläger,
Er glaube nicht, daß er im Stande sein werde, ein Quan-
tum Wolle zu dem ihm offerirten Preise anzuschaffen, da
in dortiger Gegend solcher Art Wollen bis nahe an 60 Thlr.
bezahlt würden.
Am 24. Mai schreibt Beklagter,
Kläger scheine ihn noch immer nicht recht verstanden zu

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