Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

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Abhandlungen. '
eine effective gewesen, denn erst nach dem Seetreffen vom 17. März
hätten sich die vor den blockirten Häfen liegenden dänischen Kriegs-
schiffe, wie der Contre-Admiral Jachmann bezeugen werde, auf eine
größere Entfernung von der Odermündung zurückgezogen. Uebrigens
aber sei dieser Umstand, und daß einzelne Schiffe der Blockade unge-
achtet den Hafen von Swinemünde ungefährdet erreicht hätten, auch
unerheblich, und komme das letztere bei jeder Blockade vor. Die Ge-
fahr des Ausbringens aber habe, wie das Schicksal des holländischen
Schiffs Rembrandt beweise, nichts desto weniger bestanden, und hätten
die englischen Prisengerichte auch stets solche europäische Schiffe als
des Blockadebruchs verdächtig condemnirt, welche unter dem Vor-
wände, weitere Nachricht einznziehen, den bloßen Versuch gemacht,
nach den blockirten Häfen zu segeln. Denn, so werde argumentirt,
in Europa, wo die verschiedenen Länder beständige Communication
unter einander haben, und gleichsam unter einem Dache leben, könne
es durchaus nicht erlaubt werden, daß ein Schiff die Unkenntniß der
Blockade vorschützend, unter dem Vorgeben, sich derselben versichern
zu wollen, nach dem blockirten Hafen segelt. Dadurch hält Kläger
die ihm gemachte Zumuthung, sich erst selbst von dem Effectivbestande
der Blockade Ueberzeugung zu verschaffen, für beseitigt. Gerade durch
eine solche Handlungsweise würde er sich im Gegentheil den Rhedern
und Befrachtern verantwortlich gemacht haben, es sei ihm als gewissen-
haften Schiffer daher kein anderer Ausweg übrig geblieben, als un-
gesäumt nach dem alternativ bestimmten Hafen von Danzig zu gehen.
Nachdem nun das Gericht erster Instanz außer der bereits er-
wähnten Vernehmung des Kaufmann Theod. Lund in Helsingör auch
noch durch Abhörung der von den Parteien benannten Mäkler in
Stettin und Danzig festgestellt hatte, daß Ausgangs März 1864 die
Preise der Heringe in den betreffenden Gattungen am ersteren Platze
2—2lls Thlr. höher gepreist hatten als am letzteren, verurtheilte es
in conventione den Verklagten nach dem Klagantrage und wies
den Wiederkläger mit der erhobenen Entschädigungsforderung ab;
setzte aber für den Fall günstiger Entscheidung in höherer Instanz den
Betrag der letzteren auf 796 Thlr. 25 Sgr. fest.
Der erkennende Richter erachtete zwar die Berufung des
Klägers auf die Blockade des Hafens von Swinemünde für irrele-
vant, da Kläger nach einem von ihm selbst auf der Rückseite der Ab-

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