Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

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Handelsr. Entscheidungen ans verschiedenen deutsch. Staaten.

Recht der Versteigerung von Landesproducten, welche sich noch in der
Hand des Producenten befinden, für sich nicht ableiten kann.
In Erwägunng, daß sich dasselbe Resultat ergibt, wenn man
die Handelsmäkler unter dem Gesichtspunkt ihres amtlichen Berufs
überhaupt ins Auge faßt; daß sie dann gesetzlich überall nur als
Vermittler von Handelsgeschäften bestimmt sind, daß sie also zur
Versteigerung beweglicher Sachen nur unter der Voraussetzung be-
rufen sind, daß dadurch ein Handelsgeschäft vermittelt werden
soll; daß der Handelsmäkler, indem er eine solche Versteigerung vor-
nimmt, nur als Mandatar des Verkäufers dasteht, die Natur des
dadurch begründeten Geschäftes mithin lediglich nach dem Verkäufer
zu beurtheilen ist; daß dieß auch durch die Natur der Sache von
selbst an die Hand gegeben wird, da die Versteigerungsbefugniß des
Handelsmäklers schon bei Vornahme der Versteigerung
feststehen muß und namentlich von der reinen Zufälligkeit, von wem
und wozu die Sache angesteigert wird, nicht abhängig sein kann;
Daß der bloße Verkauf einer beweglichen Sache von Seiten
eines Nichtkaufmanns aber, und folglich auch die Versteigerung
derselben für einen solchen ein Handelsgeschäft überall nicht darstellt,
vielmehr, und vom Standpunkte der Veräußerung betrachtet, das
Geschäft nur dann die Eigenschaft eines Handelsgeschäftes hat, wenn
durch die Versteigerung eineWaare umgesetzt, also eine, zum
Zwecke der gewerblichen Weiterveräußerung angeschaffte bewegliche
Sache für den Anschaffenden weiter veräußert wird (Art. 272 des
allg. H.-G.-B.); in Erwägung, daß folglich auch der Handelsmäkler
für Landesproducte, welcher blos den Verkauf solcher Producte für
den Producenten bewirkt, kein Handelsgeschäft vermittelt, folglich
auch in der Versteigerung solcher Producte die Vermittelung eines
Handelsgeschäftes nicht liegt;
daß der bisherigen Auffassung auch der Wortausdruck des
§ 3, Art. 9 loc. cit. nicht entgegensteht, weil die Vermittelung eines
Handelsgeschäftes durch die Versteigerung von selbst unterstellt ist;
daß ein solches auch nicht in Absicht auf die Motive zu der
fraglichen Gesetzesstelle der Fall ist; daß, wenn man nämlich danach
den Handelsmäklern das Recht zur Abhaltung von Auctionen a l l-
g emein in der Art verleihen wollte, daß jeder Handelsmäkler in
dem ihm speciell überwiesenen Geschäftskreise die Käufe und Ver-

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