Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

396

Abhandlungen.

rungsstation die ganze Gegenleistung des Absenders, bez. Destinatärs,
sich bestimmen und feststellen läßt?)
Alle einzelnen Posten enthält schließlich der Frachtbrief; auf
ihm, sagt die Handelssprache, hängen die Forderungen, und es wird
nunmehr zu untersuchen sein, wer sie zu befriedigen hat.
2. Den Lohn im Werkverdingungsvertrage hat der zu bezahlen,
der das opus sich leisten ließ, den Frachtlohn schuldet demgemäß der
Contrahent des Frachtführers, der Absender; vorausgesetzt, daß er
nicht als bloßer Stellvertreter des Empfängers den Vertrag abschloß.
Die oben besprochene Cession des Absenders an den Destinatär ändert
hieran nichts, denn der erstere kann mit seinem Rechte nicht auch
seine Verpflichtung cediren. Er kann die Wirksamkeit der Cession
davon abhängig machen, daß der Dritte für ihn die Schuld dem
Frachtführer gegenüber nehme, allein der Fuhrmann behält — vor-
behältlich der unten zu bemerkenden Bestimmung —sein Forderungs-
recht gegen den ursprünglichen Contrahenten solange, als er von dem
Destinatär oder anderweit seine Befriedigung nicht erlangt hat?)
Zur Vermittelung der Frachtzahlung, abgesehen von der Franco-
Sendung und dem Falle des Contremandirens, dient der Frachtbrief.
In ihm liegt die Anweisung des Absenders an den Destinatär, die
Fracht zu zahlen, und in der Annahme desselben ist der Accept der
Anweisung zu finden?)
Der Frachtführer ist zur Uebergabe des Frachtbriefes verpflich-
tet, der Destinatär vermag der Regel nach vor diesem Acte nicht als
Subject der Obligation sich zu geriren. Der acceptirte Frachtbrief
verpflichtet zur frachtbriefmäßigen Zahlung, aber er verpflichtet dazu
nur dann, wenn mit ihm das Frachtgut übergeben wurde. Ist die

3) Die Gegenleistung des Destinatärs umfaßt neben dem stipulirten Fracht-
lohne möglicherweise noch die sämmtlichen Auslagen, welche der Frachtführer auf
das Gut vermöge der ihm überhaupt obliegenden oder übernommenen Diligenz
machen mußte, z. B. Zoll und Liegegelder, oder bei Aufeinanderfolge der Trans-
portanten die Nachnahme, und ferner den etwaigen positiven Schaden, mag dieser
durch schlechte Verpackung oder sonst andere Verhältnisse entstanden sein, für
welche einzustehen der Frachtführer contractlich nicht verbunden ist. — Vergl.
hierzu Endemann, Handelsrecht, § 156,1.
4) Mühle nbruch, Cession, S. 323, vgl. unten §15,2.
5) Vgl. auch Koch in Busch, Archiv, Bd.2, S.474.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer