Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

332

Abhandlungen.

gegebene Auszahlung an Jemanden in St. Francisco mittelst eines
dortigen Geschäftsfreunds, durch den das fragliche Haus die Zahlung
zu bewerkstelligen übernommen hatte, der jedoch dem Mandanten
völlig unbekannt war. Letzterer hatte auf Rückzahlung des dem Be-
klagten gleich Anfangs zugestellten Betrags geklagt, da der Betreffende
in St. Francisco das Geld nicht erhalten hätte, wogegen der Be-
klagte behauptete, dem Aufträge nachgekommen und von seinem dor-
tigen Geschäftsfreunde dafür debitirt worden zu sein; auch habe
Letzterer bereits über sein Guthaben disponirt. — Im Gegensätze
hierzu scheint allerdings die Frankfurter Handelskammer einen
wenigstens für diesen Platz örtlichen Gebrauch anzunehmen, wonach
der Commissionär für alle Handlungen resp. Versehen seines selbst-
gewählten Substituten dem Committenten haftet. Jedoch scheint mir
in dieser Beziehung zum Theile eine Verallgemeinerung derjenigen
Verbindlichkeit stattzufinden, welche nur in den besonderen Um-
ständen beruht. Zunächst ist in dieser Hinsicht das 34. Gutachten
aus der M alß'schen Sammlung zu erwähnen. A. in F. hatte dem
Kölner Hause B. am 18. April 1836 aufgetragen, für seine, des A.,
Rechnung bei dem neuen Aachener Comite zur Errichtung einer
rhein.-preuß. Eisenbahn für die Summe von Thlr. 12,000 gegen die
bei solchen Geschäften übliche Provision zu zeichnen. Der Auftrag
ward angenommen und dem A. brieflich angezeigt, B. habebeidem
Aachener Comite besagte Summe zeichnen lassen, wovon
diese Vormerkung zu nehmen beliebe. — Später be-
hauptete jedoch B., N. in Aachen, welchem der Auftrag zur Zeichnung
ertheilt worden sei, wäre wegen verspäteter Anmeldung mit dieser
nicht mehr zugelassen worden, dadurch sei er der Verbindlichkeit ent-
hoben, die der Summe von Thlr. 12,000 entsprechenden Certificate
der rhein.-preußischen Eisenbahn gegen Vergütung des Einzahlungs-
betrags zu liefern. Das Gutachten ging dahin, B. sei hierzu aller-
dings verbunden; eine etwaige Versäumniß des N. berühre das Ver-
hältniß zwischen ihm und A. um so weniger, als er dem A. nicht ein-
mal von einer durch N. zu geschehenden Einzeichnung Kenntniß ge-
geben, vielmehr in seinem Briefe vom 24. April 1836 unter dem
beigefügten Versprechen, den A. von allen ferneren dieses Unternehmen
betreffenden Vorfallenheiten au eouraul zu halten, die bestimmte
Versicherung ertheilt hatte, daß er die gedachte Summe

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