Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

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Abhandlungen.

extinctum est mandatum finita voluntate.“ Es kann also der
Mandatar aus der nach erhaltener Kenntniß vom Widerrufe des
Auftrags bewirkten Vollziehung des widerrufenen Auftrags keinen
Anspruch gegen den Mandanten ableiten. — Keineswegs wird jedoch
dadurch dem Mandatar, welcher in Folge des Auftrags und zu dessen
Ausführung bereits, Aufwand gehabt hat, die aetio mandati con-
traria entzogen; nur beschränkt sich dieselbe solchenfalls auf den Er-
satz des Aufwandes und, nach Befinden, Gewährung der zugesagten
oder üblichen Provision. — Auf gleiche Weise, und fast noch be-
zeichnender sprechen sich diejenigen Gesetzstellen aus, welche die Er-
ledigung des Auftrags durch den Tod des Mandanten betreffen;
insbesondere 1. 26 pr. D. eod., 1. 19, § 3 in fine D. de donat,
(39, 5), 1. 12, § 3 D. de solut. (46, 3), 1. 15. C. mand. (4, 35),
§ 10 I. de mand. (3, 27). Diese Gesetze gehen davon aus, daß der
Mandatsvertrag auf persönlichem Vertrauen des Mandanten zum
Mandanten beruhe, und daher, da der Todte keinen Willen mehr hat,
nach dem Satze „finita voluntate solvitur mandatum," der Tod
des Mandanten ebenso wie der von ihm erklärte Widerruf als eine
causa amittendi mandati zu betrachten sei, und dadurch das
Mandat erlösche. — Es wird daher verordnet, daß der Mandatar,
sobald er den Tod des Mandanten erfahren, den noch nicht vollzo-
genen Auftrag nicht ausführen dürfe, gleichwohl wegen dessen, was
er bei der, in Folge des Auftrags, bereits vor erlangter Kenntniß des
Todes des Mandanten getroffenen Veranstaltung aufgewendet hat,
der Mandatsklage zur Erlangung seiner Entschädigung sich bedienen
könne, ingleichen daß dem Dritten gegenüber, welcher ohne Kenntniß
von dem Erlöschen des Auftrags gehandelt, der Auftrag noch als
bestehend und die Verhandlung des Dritten mit dem Mandatar für
den Dritten wirksam sei. — Speeiell wird der Unterschied zwischen
der Mandatsklage in objeetiver Beziehung namentlich in I. 26 pr.
D. (17, 1) durch die Worte ,<nam mandatum solvitur morte, sed
obligatio aliquando durat," und in 1. 58 eod. durch die Worte:
„mandatum morte solvitur, non etiam mandati actio" ausge-
hoben, auch bereits Von den älteren Rechtslehrern, insonderheit von
Vinnius, Comment. ad Inst. HI, 27, § 10, N. 3. 4; Müller
ad Struvii Syntagm. XVII, V, § 17 exercit. 22, not. d. aus-
drücklich dargelegt; und Glück, Comment., 15. Thl., S. 336 stellt

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