Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

Zur Lehre vom Commisstonshandel.

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§ 103 flg., S. 224 flg., Mittermaier a. a. O. § 498, S. 853,
Treitschke a. a. O. § 9, S. 23; Pöhls a. a. O. § 184, S. 261.
Die in dem vorigen Abschnitte bei ber Einkaufscommission ange-
führten Rechtsgrundsätze von dem aufgetragenen Einkaufspreise, von
der Verwendung des eigenen Lagers des Commissionärs, von dem
Pfand-, Retentions- und Vorkaufsrecht desselben gelten auch, soweit
nicht ältere Gesetze, Praxis und neues Recht Abweichendes enthalten,
von der Verkaufcommission; daher ich mich hier nun auf Letzteres
und einiges anderes Specielle beschränken kann. Wenn der Ver-
kaufs-Commissionär die ihm zum Verkaufe übertragene Waare selbst
für sich kaust, was er schon nach älterem Rechte durste — Mevius,
Decis. lib. V, des. 174; Hamburger Archiv für Handels-
recht, 11. Bd., S. 591; Bender a. a.O., § 101, S. 227, wobei
P ö h l s a. a. O. § 114, S. 202 behauptet, er dürfe dieß nur, wenn er
seinem Committenten den höchsten Preis berechnet, der am Markte zu
machen war, so liegt ihm nur der Nachweis ob, daß er einen bessern,
als den von ihm verwilligten Preis nicht zu erzielen vermocht. Er-
kenntniß des Oberappellationsgerichts zu Dresden vom 18. Mai
1859. — Zeitschrift für Rechtspflege, N. F., 19. Bd., S. 147,
No. 59. — Ein anderes Erkenntniß dieses Gerichtshofes vom August
1854 — Zeitschrift, N. F., 13. Bd., S. 519 unter 193 und
Wochenblatt 1855, S. 423 spricht sich über den Fall, wenn der
Commissionär die Waare an einen Dritten verkauft hat, folgender-
maßen aus: Das Anführen des Klägers, daß der in seiner Rechnung
erwähnte Erlös „der zu erlangen gewesene höchstmögliche" Preis
gewesen sei, genügt vollständig, ja es bedurfte dieses Beisatzes
gar nicht; der Kläger brauchte blos den Preis anzugeben, den
er wirklich für die Waare erhalten hatte. Er würde dolos und culpos
gehandelt haben, hätte er die Waare um einen geringern Preis, als
er erlangen können, verkauft. Der Mandatar braucht sich nicht auf
die Negation, daß er bei der Ausführung des Auftrags nicht aus Ab-
sicht oder Nachlässigkeit den Pflichten eines Mandatars zuwider ge-
handelt habe, zu beziehen; der Auftraggeber hat vielmehr, wenn er
meint, der Beauftragte habe die ihm zum Verkauf (ohne Preisbe-
schränkung) übergebene Waare zu wohlfeil verkauft, diese Behauptung
durch Bezugnahme auf thatsächliche Umstände, wornach dem Mandatar
ein dolus oder eine zu vertretende eulxu beizumessen ist, speciell zu be-
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