Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

Zur Lehre vom Commisfionshandel.

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Entscheidungen der obersten Gerichtshöfe rc., 7. Bd., S. 96 zu finden-
den Erkenntnisse allerdings zur Anwendung gebracht worden ist."
Allgemeinen Rechtens ist es, und wird von dem a. d. H.-G.-B.
nicht derogirt, besteht daher heute noch, daß der Commisfionär, „sobald
nur der Zweck und der Vortheil des Committenten dadurch eben so
gut erreicht wird," die committirte Waare für eigene Rechnung
kaufen, oder von seiner eigenen die bestellte Waare liefern kann, —
Treitschke a. a. O. § 6, S. 15, — nur muß er danndarthun, daß
er „in den Markt gegangen," d. h. sich überzeugt habe, daß, wenn er
die Commission mit Andern zur Ausführung gebracht hätte, er ein
für den Committenten besseres Ziel auch nicht erreicht haben würde.
— Wilda, a. a. O. S. 714 flg. —
8 6.
Limitum.
In der Regel wird der Committent dem Commisfionär bei Er-
theilung seines Auftrags die Grenze des Preises angeben, die er bei
dem ihm übertragenen Einkäufe fremder oder beim Verkaufe seiner
Waare nicht überschritten haben möchte. Dieser im Voraus bestimmte
Preis, das Limitum, oder in der kaufmännischen Sprache, dem Italie-
nischen entnommen, „das Limito" hinderte aber schon nach früherem
Rechte — Treitschke a. a. O. § 7, S. 19— natürlich nicht, des
Committenten Vortheil noch besser als durch die strenge Haltung an
dem Limitum wahrzunehmen, denn dieses war nur die äußerste Grenze
der Bewilligung; bis an dieselbe ist es dem Commisfionär gestattet,
sich mit der „Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns" im Interesse
seines Committenten zu Bewegen. Was der Commisfionär mehr er-
langt, oder bez. weniger gewährt, gewinnt er für den Committenten.
Paulus sagt 1. 5, § 5 I)., mand. (17,1) melior causa mandantis
fieri potest," wenn der Mandatar weniger für einen Sclaven bezahlt,
als ihm von dem Mandanten angewiesen worden. — Bender, a. a.
O. § 98, S. 216 u. Note d u. § 105, Note *, S. 227; Pöhls a.
a. O. § 113, S. 257 u. § 115, S. 265; Wilde a. a. O. S. 713.
— Einen zum Nachtheil des Committenten abgeschlossenen, den Auf-
trag überschreitenden Handel braucht derselbe nicht zu genehmigen,
sondern kann vielmehr die committirten Waaren zurückfordern oder
braucht die eingekauften nicht anzunehmen. Das war schon römischer

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