Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

298

Abhandlungen.

Anzeige zu machen; er ist verpflichtet, dem Committen-
ten über das Geschäft Rechnung zu geben und ihm das-
jenigezu leisten, was er aus dem Geschäfte zu fordern hat."
— Hierin liegt die ganze Ausführung der Commission und die Ver-
bindlichkeit des Commissionärs, wie sie auch schon das alte Recht und
die frühere Praxis aufgestellt hatte — Curtius, a. a. O. § 1532
a; Pöhl, a. a. O. § 111, S. 251 flg.; Wilda, a. a.O. S. 712 ~,
wie dieß eben aus den obwaltenden Mandatsverhältnissen folgt, und
wie solches das Vertrauen unter Geschäftsleuten voraussetzt. — Ich
will hier als Beleg ein im W o ch e n b l a t t e f. merkwürd. Rechtsfälle
1858, S. 499 abgedrucktes Erkenntniß des Appellationsgerichtes zu
Altenburg vom I. 1858 anführen. In ihm heißt es: „Obgleich der
Appellation darin beizupflichten ist, daß nach den Grundsätzen des
Commissions-Handels, welcher im Allgemeinen in einem Mandate
besteht, das nur nach dem Bedürfnisse und Zwecke des Handels eigen-
thümlich modificirt und weiter ausgebildet worden ist, dem Commis-
sionär, besonders bei Börsengeschäften, die Pflicht obliegt, sofern über
die Zeit der Geschäftsausführung Näheres nicht vom Committenten
bestimmt worden ist, den erhaltenen und übernommenen Auftrag so
bald als möglich, in der Regel am nächsten Börsentage auszuführen
— Treitschke S. 15 —, so hat der daraus gezogenen Folgerung,
daß der Commissionär zu beweisen gehabt habe, es sei die Ausführung
des Einkaufauftrags früher als am rc. nicht möglich gewesen, nicht beige-
stimmt werden können. Dieser Ansicht stehen schon die über die Verthei-
lung der Beweislast überhaupt geltenden Rechtsgrundsätze entgegen,
nach welchen ein Jeder so lange als mit der gewönlichen Sorgfalt und
bonafide handelnd angenommen werden muß, als sich nicht aus der Be-
schaffenheit seiner Handlungen an sich, oder durch besondere, dann aber
von dem Gegner erst zu erbringende Thatsachen das Gegentheil davon
herausstellt. Ein Beweis, daß kein culposes Handeln vorliegt, kann daher
dem Commissionär höchstens dann gewissermaßen als Gegenbeweis abge-
fordert werden, wenn in dem angeführten Sachverhalte selbst bereits
eine bei der Geschäftsausführung vorgekommene längere Verzögerung
zu Tage liegt, und menschlicher Ansicht nach nichts anders angenom-
men werden kann, als daß diese Verzögerung nicht ohne culpa des
mit der Ausführnng beauftragten Commissionärs eingetreten sei, wie
denn dieß z. B. in einer bezüglichen bei S euffert, Archiv für die

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