Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

Zur Lehre des Commissionshandels.

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nung eines entfernten Kaufmanns gegen eine herge-
brachte oder besonders bedungene Vergütung;" er bringt
aber durch das Wort „entfernt" etwas Ungehöriges hinein, da der Com-
mittent durchaus grade kein entfernte Kaufmann sein muß, indem, obschon
gewiß selten, Vorkommen kann, daß Committent und Commissionär
an einem und demselben, zumal großen Handelsplätze wohnen.
In denselben Irrthum verfällt aber auch selbst Mittermaier,
wenn er in seinen Grundsätzen des gemeinen deutschen Privatrechtes
2. Abtheil., 3. Aufl. (1827) den Commissionshandel denjenigen nennt,
„bei welchem ein an einemfremden Orte befindlicherKaus-
mann, vermögeseines regelmäßigen Berufs gegeneine
Provision einem Anderen den Einkauf und Verkauf
von Waaren besorgt."
P öhl in seiner Darstellung des gemeinen deutschen und des Ham-
burgischen Handelsrechtes, I.Bd. (1828), §. 110 flg., S. 248 nimmt
einen Commissionshandel im engeren und weiteren Sinne an. Jener ist
entweder Einkaufscommission, „welche in dem Aufträge besteht,
Waarenfür Rechnung des Committenten einzukaufen"
— § 113, S. 255 —, oder Verkaufscommission, d. i. d er Auftrag,
gewisse Waaren für Andere zu verkaufen, — tz 114, S. 261.
— Pöhl, diese bewährte Autorität, faßt sich in dm Destnitionen ohn-
streitig am kürzesten, weil der denselben folgende Text das Wesen
und die Natur dieser Commissionshändel näher bezeichnet. Im
weiteren Sinne ist ihm der Speditionshandel auch Commissions-
handel, was aber unbedingt zu weit gegriffen ist.
Tr eit sch ke in seinem elastischen Werke: „Rechtsgrundsätze vom
Commissionshandel" (1839) nennt § 1, S. 1 ein Commissionsgeschäft
einen „Ein- oder Verkauf, der im Auftrag eines Anderen,
daher für dessen Rechnung und Gefahr, jedoch, dem Ver-
käufer oder Käufer gegenüber,im Namen desBeauftrag-
ten geschieht." Diese Definition geht schon tiefer hu die Sache ein,
aber auch über die Grenzen einer Definition hinaus, dafie zum Theil schon
der speciellen Rechte des Gegenstandes gedenkt. Am präcisesten drückt sich
Wilda in dem trefflichen Artikel in Weiske's Rechtslexikon,
2. Bd., S. 707 (1840) aus, wenn er den Commissionshandel „die
gewerbmäßige Ausführung von Haupelsgeschpffen im
Auftrag und für Rechnung Dritter" nennt.

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