Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

6.12. In welchem Zeitpunkte muß bei Plätzgeschäften der Käufer die gekaufte Waare untersuchen und die Ausstellung gegen ihre Qualität dem Verkäufer anzeigen? Rechtsfall

XII.

In welchem Zeitpunkte muß bei Platzgeschäften der
Käufer die gekaufte Waare untersuchen und die Aus-
stellungen gegen ihre Qualität dem Verkäufer anzeigen?
Rechtsfall.
Mitgerheilt vom Herrn App.-Gerichtsrath Roloff in Marienwerder.

Der Kaufmann I.. in S. kaufte bei seiner Anwesenheit in Berlin
im Juni 1863 von dem dortigen Agenten der Handlung E. u. S. in
M. 21 Tonnen holländische Heringe zum Preise von 8% Thaler pro
Tonne, welche für Rechnung der Verkäufer bei zwei dortigen Spedi-
teuren lagerten, nachdem vorher eine dieser Tonnen geöffnet, vom
Käufer besichtigt, und vom Agenten der Verkäufer erklärt war, daß
die übrigen Tonnen der besichtigten in Absicht der Quantität und
Qualität der Waare gleich seien. Der Käufer empfing hierauf An-
weisungen zur Verabfolgung der gekauften 21 Tonnen an die Depo-
sitare, ließ sie durch einen von ihm engagirten Fuhrmann abholen und
nach S. transportiren, wo sie nach etwa 8 Tagen ankamen. Bei der
Verabfolgung an den Fuhrmann kam noch insofern eine Unordnung
vor, als fünf dritten Personen gehörige Waarentonnen statt der ge-
kauften aufgeladen und verfahren, demnächst aber reclamirt wurden.
Erst nach der Ankunft der Waare in S. will der Käufer dieselben
vollständig besichtigt und dabei gefunden haben, daß nur neun Tonnen
der in Berlin besichtigten Probetonne entsprochen; die übrigen nicht
bereits reclamirten dagegen nur zur Hälfte gefüllt und die darin be-
findliche Waare in Fäulniß übergegangen gewesen. Er hat davon
den Verkäufern Anzeige gemacht, und die beanstandeten Tonnen zur

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