Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

152 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.

nen Handelsbriefe aufzubewahren, nicht nachgekommen, auch von ihm
in keiner Weise angegeben worden ist, worin etwa der von der Klägerin
behauptete Inhalt des fraglichen Schreibens unrichtig sei, während" re.
(Folgen Ausführungen darüber, daß auch durch das von der Klägerin
producirte Antwortschreiben des Beklagten es wahrscheinlich werde,
daß sie den Inhalt des edirt verlangten Briefs richtig angegeben.)

2.
Art. 346 u. 347 des H.-G.-B.
Minderung des Preises einer Maare von vertragswidriger Beschaffenheit. —
Lonsumtion der Maare.
Vgl. Archiv, Bd. I, S. 338; Bd. III, S. 298 ff., S. 301 ff.,
S. 311 ff.
Der Fruchthändler Schott klagte gegen den Bäcker Bender den
Kaufpreis für 20 Säcke Waizen, die Ersterer dem Letzteren zu 11 fl.
20 kr. pr. Sack käuflich geliefert, ein.
Der Beklagte gab die Behauptungen der Klage als richtig zu
und verlangte, nachdem er 171 fl. 40 kr. berichtigt, Minderung des
Kaufpreises und damit Abweisung der Klage wegen des Rests, indem
er vortrug:
„Der Waizen sei zwar von Ansehen schön gewesen und habe man
einen Fehler an demselben nicht erblicken können; während er jedoch
gemahlen wurde, habe sich gefunden, daß er sich schlecht mahle, daß
das Mehl dunkel, schwärzlich und fließend werde, wovon dem Sohne
und Prokuristen des Klägers alsbald und zwar Sonntag nach der am
Donnerstag erfolgten Ueberlieferung des Walzens Anzeige gemacht
worden sei. Dieser habe hierauf den Beklagten veranlaßt, sämmt-
lichen Waizen fertig zu mahlen und eine Probe zu machen, wie das
Mehl sich backe; das Brod sei aber auch schwarz und fließend ge-
worden, das Vorschußmehl habe das Aussehen nicht von solchem, son-
dern von dritter Sorte gehabt und hierauf hin habe denn der Sohn
des Klägers dem Beklagten Entschädigung versprochen."
Bezüglich des Schadens und Minderwerths bemerkte denn Be-
klagter, nachdem er ersteren speciell begründet, weiter:
„Ein Sack so schlechten Waizens sei keine 11 fl. 20 kr., sondern
nur 8 fl. 20 kr. werth, er sei kein Kaufmannsgut, kein inländischer,

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