Full text: Volume (Bd. 6 (1865))

144 Handelsr. Entscheidungen aus verschiedenen deutsch. Staaten.
betreffe, der freien Disposition über dieselben begeben hätten, hin-
gegen denselben andere (hier nicht in Betracht kommende) Vergün-
stigungen eingeräumt seien. Ratisbonne antwortete hierauf, daß er
seine Actien behalte. — Inzwischen hatte es sich herausgestellt, daß
die Unternehmung nicht reüssiren wollte, vielmehr die Actienpro-
messen, welche bis zu 14^ °/0 Agio in die Höhe gegangen waren,
immer mehr sanken und zuletzt mit */a oder 1 % Prämie bezahlt
wurden, bis sie in Folge eines ministeriellen Verbots des Promessen-
handels gar nicht mehr an der Börse notirt wurden. Jetzt unterblieb
die Emission der definitiven Actien ganz und gar, statt dessen unter-
handelten die Gründer mit der Regierung wegen Ertheilung einer
neuen veränderten Concession, die sich sowohl aus andere Bahnlinien
beziehen sollte, als wegen Einschränkung auf diese kürzeren Linien
auch ein weit geringeres Capital erforderte. Diese veränderte Con-
cession wurde denn auch unter dem 17. April 1858 ertheilt. Das
alte Syndicat erkannte, daß man die definitive Concession vom
17. April 1858 nicht als die Verwirklichung des im April 1856 zu
Stande gekommenen ProMs und der ersten Concession betrachten
könne. Bei dieser Sachlage erließ das Syndicat eine Aufforderung an
alle Personen, welche an Transactionen auf Actienpromessen Theil
genommen, nun die Erklärung abzugeben, daß sie zu der Annulirung
solcher Operationen einwilligten. Alle Betheiligten entsprachen denn
auch bereitwillig dieser Aufforderung, worauf das Syndikat noch
eine besondere Bekanntmachung erließ und die stattgehabte Annulli-
rung aller in den fraglichen Actienpromessen eingegangenen Verbind-
lichkeiten zur öffentlichen Kenntniß brachte.
Diesen Sachverhalt verschwieg Haber dem Ratisbonne voll-
ständig, wenigstens waren einige Andeutungen, die er in seinen Brie-
fen über eine stattgefundene Veränderung in dem fraglichen Eisen-
bahnunteruehmen machte, durchaus ungenügender Art. Er verschwieg
sogar, daß das Actiencapital von fi. 40,000,000 aus 15,000,000 und
dem entsprechend auch seine, Haber's, Betheiligung reducirt worden
sei. Er verlangte von Ratisbonne die Leistung der Einzahlung von
10 0/0 nicht auf die zu 3/8 reducirte Betheiligung von fl. 187,500 mit
fl. 18,750, sondern vielmehr eine Einzahlung von fl. 50,000 nach
Verhältnis des ursprünglichen Antheils von fl. 500,000. Als Ratis-
bonne die angeforderte Einzahlung nicht rechtzeitig leistete, schrieb

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