Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

und jetzigem Handelsrechte.

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gesetze— Postordnung vom 27. Juli 1713, § 44. 45 — einem erheb-
lichen Zweifel unterliegen."
In der Regel betreiben Spediteurs nicht leicht mit eigenem Ge-
schirre Frachtfuhrwerk oder mit eigenen Schiffen Rhederei. Ist dieß
aber der Fall, dann wird auch der Spediteur, zwar nicht als solcher,
aber doch als Frachtführer, Rheder, Schiffer für den Transport ver-
antwortlich.
Kommen wir nun zu einem weiteren, dem Schluß-Act der min-
destens theilweise concurrirenden Thätigkeit des Spediteurs:
III. der Ablieferung der Güter
an den Empfänger, zu welcher der Spediteur, soweit nicht eine Schuld
des Frachtführers oder des Destinatärs selbst vorliegt, verbunden ist.
Daß derselbe abliefern muß das, was und wie er diese vom
Aufgeber erhalten hat, versteht sich von selbst, man mag ihn nun als
Mandatar, locator operarum oder negotiorum gestor betrachten;
stets wird er für den von ihm und seinen Leuten durch Vorsatz, Nach-
lässigkeit oder Unvorsichtigkeit verursachten Schaden, niemals aber
für Unglücksfälle haften — v. Bülow und Hagemann a. a. O.
4. Bd., S. 439; Glück a. a. O. 4. Th., § 324. 325; Curtius a.
a. O. S. 180; Münter 1. Th., S. 78 —. Zu diesen Haftfällen
gehört auch, wenn durch des Spediteurs Verschulden Güter, wegen
nicht entrichteter Zölle, verfallen. Einen dießfallsigen Rechtsfall
habe ich bereits oben bei I nuter 8, S. 21 angeführt.
Wie aber der Spediteur für richtige Ablieferung sorgen muß,
so ist der Destinatär zur Abnahme verbunden. Ist diese vorbehaltlos
von Letzterem erfolgt, so erlediget sich die Haftverbindlichkeit des
Spediteurs von selbst — Wengler S. 106, Anmerk. Verweigert
dagegen Jener die Annahme, so muß dieser die Waare sofort zur Dis-
position des Absenders stellen — Wochenblatt 1851, S. 371 —.
Wengler S. 126 f. bemerkt hierbei, daß, wenn der Spediteur den
Auftrag von dem Destinatär erhalten habe, er ruhig abwarten könne,
was aus der Waare werde, da er mit der offerirten Ablieferung seine
Pflicht erfüllt und sich um das Weitere nicht zu kümmern habe,*) falls
*) Eine solche Sorglosigkeit möchte ich dem Spediteur doch nicht anrathen;
vielmehr wird derselbe, um sich aller Verantwortlichkeit zu entschütten, und den
Verzug des Destinatärs zu constatiren, wohl thun, den Fall beim Handelsgericht
anzuzeigen, und nöthigenfalls mit Klage vorzugehen. Vergl. auch Art. 407.

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