Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

39. Wieweit sind Handwerker zur Anmeldung einer Handlungsfirma verbunden?

XXXVI.

Wie weit sind Handwerker zur Anmeldung einer
Handlnngsfirma verbunden?
Bon Herrn App.-Gerichtsrath Ackermann in Dresden.
Das sächsische Gewerbegesetz vom 15. October 1861 verordnet
im 8. Abschnitt — § 112 bis 124 — die Einrichtung von fünf Han-
dels-und Gewerbkammern — Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen
und Zittau —, deren jede aus zwei besonderen Abtheilungen: einer
Handelskammer für Handel und Fabriken und einer Gewerbekammer
für die nicht in diese Kategorie gehörenden Gewerbe besteht. Gewählt
können in die letztere unter andern nur die selbstständigen Gewerb-
und Handeltreibenden werden, welche nach §115 unter a „keine an-
gemeldete Firma besitzen," also keine firmirten Kaufleute.
Dieses Gesetz trat mit dem 1. Januar 1862 in Sachsen in
Wirksamkeit. In dessen Folge constituirte sich die Handelskammer
zu Dresden. In dieselbe wurde unter andern der Klempner L. zu
Freiberg, Obermeister seines Gewerbes und tüchtiger gebildeter Hand-
werker gewählt. L. nahm mit Lust und Talent thätigen Antheil an
dem neuen Institute.
Als nun das am 1. März 1862 in Sachsen in Kraft getretene
allg. deutsch. H.-G.-B. in Art. 19 verlangte, daß jeder im Sinne des
Art. 4 als Kaufmann anzusehende Gewerbetreibende seine Firma
beim Handelsgerichte anzuzeigen verbunden sei, verlangte das Handels-
gericht zu F., auf Grund der Bestimmung in § 23 der Ausführungs-
verordnung zu diesem Gesetze, von L. seine Anmeldung zum Eintrag
in das Handelsregister, und zwar bei wiederholter Erinnerung unter
Androhung von Geldstrafe.
L., dem sein Handwerk und seine Handwerkskammer zu lieb war,
als daß er die letztere für die kaufmännische Firma hätte aufgeben

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer