Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

30 Zur Lehre von der Spedition nach früherem Reckte
B. dieselbe durch eine andere Gelegenheit, so trifft allerdings den
B. die Verantwortlichkeit für die Abweichung von dem Mandate in-
sofern , als er eintretenden Falles für Verluste auf dem von ihm ge-
wählten Speditionswege, Verspätung der Ankunft u. s. w. haftbar
werden kann. Allein gelangt die Maare in der beabsichtigten Maße
an den C., so ist dadurch der Auftrag in der Hauptsache erfüllt, und
wenn nun C. die Maare unterschlagen sollte, so würde sich B. nicht
mit der Einrede schützen können, daß er den C. deshalb nicht als
seinen Mandatar anzuerkennen habe, weil dieser auf anderem Wege,
als dem vorgezeichneten, in den Besitz der Maare gelangt sei."
Hat aber nun schließlich der Spediteur bei Uebernahme der
ihm vom Absender zur Uebermittelung an den Destinatär übergebenen
Maare oder Güter Alles gethan, was er von seinem Standpunkte
aus thun konnte und was „die Sorgfalt eines ordentlichen Kauf-
mannes" — Art. 379 — erheischt, so wird ihn
II. bei Versendung der Maare
oder dem eigentlichen Transporte nicht leicht ein Haftverbindlichkeit
treffen, denn eine allgemeine Haftverbindlichkeit hat dem Spediteur
weder das Handelsgesetzbuch auferlegt, noch hatte derselbe eine solche
nach früherem Rechte. Erhard in seiner Comment. collectanea
ex vario jure. Lipsiae 1805 Fsc. III referirt ein auch in Kind's
Sammlung auserlesener Rechtssprüche S. 18 folg, abgedrucktes
Responsum der Leipziger Juristenfacultät aus dem Jahre 1805, in
dem es heißt: „Weil das Geschäft eines Spediteurs, seiner Natur
nach, darin besteht, daß er die ihm zur Spedition übergebenen oder
zugesandten Maaren an einen Fuhrmann oder Schiffer zum Trans-
port abliefere, als wobei er die Stelle eines Machtgebers selbst ver-
tritt, dasjenige aber, was unterwegs mit der Maare vorgeht, nur
dann zu vertreten hat, wenn er bei der Wahl des Fuhrmannes oder
in Ansehung der Uebergabe. der Maare sich einer Fahrlässigkeit oder
eines doli schuldig macht, welches jedoch A. dem B. im vorliegenden
Falle Schuld gibt, also A. mit Unrecht sagt, er brauche sich um das,
was unterwegs mit dem Ballen vorgegangen sei, gar nicht zu beküm-
mern, da Alles das, was ohne des B. Verschuldung damit vorgegangen,
dem A. als Eigenthümer selbst widerfahren ist, indem sich auch nach
der Natur des Speditionsgeschäftes nicht annehmen läßt, daß der
Spediteur für die verhältnißmäßig geringe Provision das ganze

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