Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

354 Literarische Umschau auf dem Gebiete des Handelsrechts.
geschichtlich literarische Einleitung und die Grundlehren enthält, und der
zweite Abschnitt dieses Bandes nur die Lehre vom Handelsstande be-
handeln soll, so läßt sich mit Sicherheit annehmen, daß das Werk bei
seiner Vollendung einen sehr bedeutenden Umfang erreichen wird.
Was die Bearbeitung selbst betrifft, so fühlen wir uns zunächst ge-
drungen, den seltenen Fleiß und die gewissenhafte Sorgfalt hervorzuheben,
womit der Verfasser das überaus umfangreiche Material zu seinem Werke
sich zugänglich gemacht und verarbeitet hat. Der einleitende Theil, die
sehr genaue Bearbeitung der Quellen und der Literatur des Handels-
rechts, ist um so verdienstvoller, als es bisher an einer Sammlung der
Handelsrechts-Quellen der verschiedenen Zeiten ganz fehlte, und die bis-
herigen Zusammenstellungen der Literatur des gesammten Handelsrechtes
durchaus ungenügend waren. Die dogmatischen Erörterungen des Ver-
fassers zeichnen sich durch große Klarheit und Schärfe aus und bezeugen
ein tiefes Durchdringen und vollständiges Beherrschen des Gegenstandes.
Dem ganzen Werke sieht man es an, daß es das Resultat jahrelanger
Studien und liebevollster Beschäftigung mit einem Gegenstände ist, den
der Verfasser sich so zu sagen zur Lebensaufgabe gemacht hat. Auch die
neueste Literatur und Praxis findet sich überall aufs Gewissenhafteste
berücksichtigt. Sogar bei den speciellereu, zum Theil weniger erheblichen
Streitfragen werden die Ansichten anderer Schriftsteller nicht nur voll-
ständig referirt, sondern meistens auch kritisch beleuchtet. Es geschieht
dieß in umfangreichen Anmerkungen, welche überhaupt einen wesentlichen
Theil des Buches bilden. Was die Beziehungen zur Nationalökonomie
betrifft, so scheint der Verfasser sich in der richtigen Mitte zu bewegen,
indem er bei aller Pietät für das überlieferte Recht doch nicht ängstlich
an demselben festhält, vielmehr es ausspricht, daß er ohne eine richtige
Verwerthung der maßgebenden wirthschaftlichen Grundbegriffe für die
Institute des Handelsrechts eine glückliche Rechtsbildung ans diesem Ge-
biete nicht für möglich erachte.
Den Anfang des Werkes bildet, wie bereits bemerkt, eine Einleitung,
enthaltend die Darstellung der Quellen und Literatur des Handelsrechts
und seiner Geschichte. Der Verfasser sagt, daß er lange geschwankt habe,
ob er nicht die Darstellung des geltenden Handelsrechtes mit einer Ge-
schichte desselben eröffnen sollte, schließlich aber, um sich seiner wichtigeren
praktischen Aufgabe nicht allzulange zu entziehen, sich darauf beschränkt
habe, den Gang der Entwickelung nur anzudeuten, überall dagegen mit
möglichster Sorgfalt die literärischen Hülfsmittel für die äußere und
innere Geschichte des Handelsrechts zusammenzustellen. In dieser sehr
vollständigen und umfangreichen Zusammenstellung durchgeht er die
Quellen und die Literatur des Handelsrechts der gesammten civilisirten
Welt seit den ältesten Zeiten bis auf den gegenwärtigen Augenblick. Be-
sonders erschöpfend ist die Geschichte der deutschen Codification behandelt,
die Wechselordnung mit eingeschlossen.

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