Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

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Zur Lehre von der Spedition nach früherem Rechte

vorkommenden Schaden durch Diebstahl und Einbruch in Niederlagen
siehe weiter unten unter ...
10. Bisweilen übergibt der Absender dem .Spediteur Güter,
und läßt sich daraus einen Vorschuß auszahlen. In diesem Falle
nimmt der Spediteur die Stellung eines Pfandgläubigers zugleich
mit ein, hat aber in Sachsen, nach Haubold, Lehrb. § 421b.,
S. 74, Note 9, gegen v. Hartitzsch, Erörterungen rc. Nr. 387, auch
Anspruch aus die in dem Decisivbefehle von dem Rath zu Leipzig
vom 4. September 1669 unter 3 gesetzten Vortheile.*) Das Han-
delsgesetzbuch spricht in Art. 382 ausdrücklich jetzt noch dem Spedi-
teur „wegen der Fracht rc. und wegen der von dem Versender auf das
Gut geleisteten Vorschüsse ein Pfandrecht an dem Gute, sofern er
dasselbe noch in seinem Gewahrsam hat, oder in der Lage ist, darüber
zu verfügen," zu; ein Recht, welches er auch „gegenüber den übrigen
Gläubigern und der Concursmasse des Eigenthümers geltend machen
kann," und welches, wenn der Nachmann den Vormann befriedigt hat,
auch auf Erstern und selbst auf den Frachtführer übergeht, wenn
dieser von dem Zwischenspediteur befriediget ist.
11. So lange noch die Güter beim Spediteur vorhanden sind,
also re» integra ist, kann der Absender sein Mandat widerrufen,
die Güter zurückfordern und anders darüber disponiren — Curtius,
Handb. 4. Th., S. 179 f., 3. Ausg.; Wochenblatt für merkwürd.
Rechtsfälle 1857, S. 371. So erkannte auch das Oberappellations-
gericht zu Cassel im Jahre 1848 — Kletke, Sammlung von Präju-
dicien, 2. Forts., N. 1430, S. 210 f. —
12. Von der Versicherung der bei dem Spediteur lagernden
Güter gegen Feuer rc. Gefahr spricht nun zwar das Handelsgesetz-
*) „Wollen wir es wegen der Güter, welche einem oder dem andern in Com-
mission gegeben, allerdings, wie in andern Handelsstädten eingeführt und üblich
sein soll, nicht weniger bei Unserer Stadt Leipzig dergestalt hinfüro gehalten und
in Acht genommen wissen, daß derjenige, so einem Andern Waaren in Commis-
sion zu verkaufen empfangen, daneben aber von demselben mit Wechsel belegt
worden, wegen seines Vorschusses an den empfangenen Waaren sich bezahlt zu
machen berechtiget; auch da in Fallimenten und sonsten solche Waaren mit
Arrest oder Verbot beladen würden, er mehr nicht, als das rogiäunm, sonach
seiner Befriedigung bleibt, herauszugeben schuldig sein soll." — Diese Bestimmung
ist jedoch in dem Einführungsgesetze zum Handelsgesetzbuche vom 30. Oct. 1861
tz 19 außer Kraft gesetzt worden.

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