Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

und jetzigem Handelsrechte.

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ten Obliegenheiten gegen den Mandatar keine rigoristischeren sind,
als die in den Quellen aufgestellten, ergibt sich aus 1. 61, § 5 D. de
furtis (47, 2): „si ignoraverit is, qui certum hominem emi
mandaverit, furem esse, nihilominus tamen damnum decidere
cogatur.“
9. Da nicht stets im Augenblick der Uebergabe der Waare an
den Spediteur deren Verladung und Absendung vorgenommen wer-
den kann, sondern dieselbe bald kürzere, bald längere Zeit bis zu ihrem
Abgangein dem Lagerhause*) oder sonstigen Behältnissen des Spe-
diteurs liegen muß, kommt auch die Vertretung in dieser Zwischen-
zeit, die custodia, in Frage. Es ist dieß eine nach vielen Seiten hin
zu Meinungsverschiedenheiten Veranlassung gebende Frage, die hier
vollständig zu erörtern nicht Raum und Zeit ist. Im Allgemeinen
verweise ich wegen custodia überhaupt auf Puchta, Pandeeten
§ 331; Glück, Commentar 15. Bd., S. 181, vor Allen aber auf
Sintenis, Civilrecht 2.Th , § 101 und S. 336, Note 40, 2. Aufl.
— Fest stehet, daß der Spediteur, so lange er fremde Maaren in
seiner oder einer öffentlichen Niederlage verwahret, eben so, wie der
Depositar, dolum und culpam latam prästiren muß — Mengler,
S. 82 —. Zwar nimmt Günther § 23, pag. 46, unter Bezug-
nahme auf 1. 55. pr. 1. 60, § 9 D. loc. cond. (19, 2), nur culpam
levem an, zumal nicht die Aufbewahrung, sondern der Transport das
Hauptgeschäft des Spediteurs ist. — Jeden Zweifel hat aber auch
hier das allgem. deutsche Handelsgesetzbuch entschieden, wenn es Ar-
tikel 380 bestimmt: „Der Spediteur hastet für jeden Schaden,
welcher aus Vernachlässigung der Sorgfalt eines ordentlichen Kauf-
manns bei der re. Aufbewahrung des Gutes re. entsteht", hat aber
„die Anwendung dieser Sorgfalt zu beweisen." Ueber den so häufig
*) Nach der Zollordnung des Königreich Sachsens v. 3. April 1838, § 59
bestehen für fremde unverzollte Waaren öffentliche Niederlagen (Packhöfe, Hallen,
Lagerhäuser, Freihäfen). Nach § 60 haben von Privaten nur Kaufleute, Spedi-
teure und Fabrikanten, und auch diese nur für solche fremde Waaren das Nieder-
lagsrecht, von welchen der Durchgangszoll geringer, als der Ein- und AusgangS-
)vll, oder als beide zusammen ist. Außer diesen Niederlagen gibt es nach § 72
auch „Privatlager unverzollter Waaren in Privaträumen, unter und ohne
Mitverschluß der Zollbehörden, entweder um Waaren zur Sicherung der Staats-
abgaben niederzulegen — Creditlager —, oder für die fürs Ausland bestimmten
Waaren — Transitlager —."

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