Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

22. Der letzte Spediteur, welcher dem Zwischenspediteur die Nachnahme gezahlt, das Frachtgut dagegen ohne Erstattung derselben und Wahrung des Pfandrechts an den Empfänger ausgeliefert hat, ist dadurch des Rückgriffes an die Vormänner, namentlich den ersten Spediteur als Auftraggeber, nicht unbedingt verlustig. Art. 412 H.-G.-B.

XIX.

Der letzte Spediteur, welcher dem Zwischenspediteur die
Nachnahme gezahlt, das Frachtgut dagegen ohne Erstattung
derselben und Wahrung des Pfandrechts an den Empfänger
ausgeliefert hat, ist dadurch des Rückgriffes an die Vor-
männer, namentlich den ersten Spediteur als Auftraggeber,
nicht unbedingt verlustig. Art. 412 H.-G.-B.
Mitgetheilt von Herrn Stadtrichter Keyß ner' in Berlin.

Die Beklagte, Handelsgesellschaft H. u. Co. zu Berlin, beauf-
tragte den Spediteur M. zu Sagan, einen an dessen Adresse nach
dort abgesendeten Möbeltransport an einen dorthin verzogenen Be-
amten K. abzuliefern. Die Sendung erfolgte durch die Nieder-
schlesische Zweigbahn und waren die bezüglichen Frachtbriefe mit
einer Nachnahme von 167 Thlrn. belastet. Kläger zahlte gegen
Empfangnahme der Sachen die Nachnahme an die Bahnverwaltung
und wurde von dieser der Betrag an den Bekl. verabfolgt. Dem-
nächst überlieferte Kläger die Sachen an den Beamten K., welcher
jedoch die Zahlung der Nachnahme ablehnte, weil er dem Bekl.
nichts schulde und dieser deshalb nicht befugt gewesen den Möbel-
transport zu belasten.
Kläger, welcher sich nicht verpflichtet hielt, einen Anspruch gegen
den Beamten K. geltend zu machen, fordert die verlangte Nachnahme
von dem Bekl. zurück, und begründet den Anspruch dahin: durch den
Vermerk der Nachnahme auf den Frachtbriefen habe die Bekl. ihm,
dem Klgr., den Auftrag gegeben, dieselbe an die Bahnverwaltung zu
zahlen. Wenn die Ablieferung an den Beamten K. ohne Erstattung
der Nachnahme erfolgt sei, und dadurch etwa gegen den Auftrag der

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