Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

und jetzigem Handelsrechte.

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leisten übernimmt, opera« liberales, noch endlich werden dieselben
regelmäßig und unentgeldlich geleistet, vielmehr versteht es sich, daß
dafür eine Provision (nicht etwa Honorarium genannt) berechnet
werde. Daher liegt es dem Wesen des in Rede stehenden Ge-
schäfts schon näher, es nach Martens, Grundriß des Handelsrechts,
2. Ausg., § 18, vergl. mit Mittermaier a. a. O., Anm. 3, wie
auch die Letzten Sententionanten (das Züricher Obergericht) gethan
haben, mit der Conductio operarum zusammenzustellen. Aber auch
diese Bezeichnung kann eine vollkommen ausreichende nicht genannt
werden; denn obwohl sie insofern richtig ist, als sie die zu leistenden
Dienste für illiberales, zu denen sie in der That gehören, nimmt,
und die Provision als wahre merces aufsaßt, so beruht sie doch in-
sofern auf einem Verkennen des wahren Verhältnisses , als sie von
gemietheten einzelnen operis redet, wie dergleichen der Fuhrmann
allerdings leistet, der zum Transportiren der Waaren seine eigenen
Dienste und die seiner Pferde tagweise vermiethet, während der Spe-
diteur die Ausführung eines Transporis als ein Ganzes übernimmt.
Jede solche im Ganzen übernommene Ausführung eines durch illibe-
rale Dienstleistung zu Stande zu bringenden Werkes heißt nun aber,
wenn sie durch eine Geldleistung vergolten wird, Opus locatum, ver-
dungenes Werk. Gegenstand des Speditionsgeschäfts sind keineswegs
die tageweise u. s. w. zu verwendenden Pferdekräfte u. dergl., sondern
es ist lediglich die untheilbare Leistung des endlichen an Ort und
Stellebringens, die Universitas consummationis, wie l. 51, § 1 D.
locati (19, 2) sagt, oder wie Labeo in 1. 5, § 1 V. de verb. signif.
(50. 16) es bezeichnend ausdrückt, nicht das egyov, sondern das
a7toTsleaf.icc. Könnte darüber noch ein Zweifel obwalten, so würde
er durch den constanten Sprachgebrauch der römischen Juristen, die
in Uebereinstimmung mit der Sprache des gewöhnlichen Lebens
(Vellejus Paterculus Hist. Rom. 1,13) den Vertrag, durch welchen
für Geld die Besorgung eines Transports an einen gewissen Ort hin
übernommen wird, regelmäßig Conductio operis nennen, gehoben
— 1. 11, § 3,1. 13, § 1,1. 25, § 7. v. Locati, 1. 13 § 1. D. Nau-
tae caupones (4. 9), 1. 2. D. de 1. Rhodia dejecta (14, 2)."
Das Handelsgesetzbuch hat nun alle diese Verschiedenheiten aus-
geglichen; denn, wenn dasselbe sich auch in dem Titel von dem Spe-
ditionsgeschäfte — Art. 370 bis mit Art. 389 -— bestimmt darüber

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